Düren: Frischen Spargel erkennt man am Quietschen

Düren : Frischen Spargel erkennt man am Quietschen

Fünf Minuten bevor es los geht, herrscht in der Küche reges Treiben. „Ich habe meine Schürze vergessen“, sagt in einer Ecke eine Teilnehmerin zu ihrer Nachbarin. „Haben wir die Rezepte schon bekommen?“, erkundigt sich in einer anderen Ecke eine weitere motivierte Köchin.

Zwischendrin wuselt Koch Marc Breuer von links nach rechts und bereitet alles für die nächsten drei Stunden vor: Ein großer Korb mit weißem und grünem Spargel sowie verschiedenem Gemüse und Obst liegt schon bereit. Der Kochkurs im Katholischen Forum für Erwachsenen- und Familienbildung kann beginnen.

Der 29-jährige Koch Marc Breuer aus Vettweiß zeigt Kochkurs-Teilnehmer neue Facetten des Spargels. Foto: Anna Küsters

Marc Breuer schneidet Biscuit-Boden zurecht, den die Teilnehmer in der ersten Viertelstunde nach Lust und Laune mit Obst und bunter Buttercreme verzieren dürfen. „Dabei können alle zum Aufwärmen schon mal ein bisschen kreativ werden“, erklärt der in der Küche erfahrene Breuer. Seit fast zehn Jahren arbeitet er als Koch bei einem Partyservice und kümmert sich um das Catering bei verschiedenen Anlässen wie Hochzeiten, Beerdigungen und Geburtstagen. Nachdem der Nachtisch fertig zubereitet ist, teilt er die 14 Anwesenden auf drei Theken auf, an denen drei verschiedene Spargel-Rezepte und eine Waldmeister-Pumpernickel Mousse mit Erdbeeren ausprobiert werden.

„Ich will zeigen, dass Spargel noch viel mehr kann, als nur mit Sauce Hollandaise und Kartoffeln serviert zu werden“, erzählt Breuer und schreitet die Theken ab. An der einer werden schon die Vorbereitungen für die Jakobsmuscheln auf Spargel-Kartoffel-Püree getroffen. „Dabei hat man das Edelgemüse mal als Sättigungsbeilage — das kommt sehr selten vor“, führt der 29-jährige Koch aus.

An der anderen Theke sind Petra und Gisbert Schorn aus Niederzier in das Rezept für den Ofenspargel mit mediterraner Weinsauce vertieft. Petra Schorn greift zum Gemüse und beginnt mit dem Schälen des weißen Spargels. „Mein Trick beim Spargelschälen ist, die Stange auf den Unterarm zu legen und einen guten Schäler zu verwenden“, sagt sie. Wenn sie selbst Spargel kaufen, werde der auch zu Hause bearbeitet und nicht auf dem Markt: „Das Schälen gehört einfach dazu“, sagt Gisbert Schorn.

Das Ehepaar kocht gerne zusammen und vermeide so, sich in Restaurants über das Essen zu ärgern. Mit der Rezeptauswahl bei diesem Kochkurs seien sie zufrieden, allerdings sei ihm der Start etwas zu unstrukturiert gewesen, bewertet Gisbert Schorn die erste halbe Stunde.

Auch grünen Spargel schälen

Ihnen gegenüber stehen die Schwestern Marianne und Tina Simons sowie ihre Cousine Gerlinde Veithen aus Nörvenich, die sich die Zucchini-Spargel-Röllchen vorgenommen haben. Auch sie habe die Neugier auf ausgefallene Spargelrezepte in den Kochkurs gelockt. „Am Anfang ist es noch etwas schwierig, weil man umdenken muss — in meiner eigenen Küche weiß ich, wo alles steht“, sagt Gerlinde Veithen lachend. Sie reibt den Pecorino für die dazugehörige Frischkäsesauce. Tina Simons ist dabei, den grünen Spargel für die spätere Verarbeitung zu präparieren. „Auch grüner Spargel sollte im unteren Drittel immer geschält werden“, erläutert Koch Marc Breuer von der Seite.

Um zu überprüfen, ob die Stangen frisch sind, könne man zum einen seinen Fingernagel in das untere Ende bohren — käme dann Flüssigkeit zum Vorschein, sei das ein Indiz für Frische. Zum anderen könne man auch zwei Spargelstangen aneinander reiben: Wenn dann ein quietschendes Geräusch ertöne, sei man auf der sicheren Seite. Außerdem gibt es vom Koch noch einen Tipp: „Das Wasser sollte beim Spargelkochen immer gut gewürzt sein, damit das Edelgemüse von den Aromen etwas aufnehmen kann.“

Ob in Zucchini-Mantel, mit mediterraner Weinsauce oder als Püree: Sowohl grüner als auch weißer Spargel hat an diesem Abend ein neues Kleid bekommen. „Ich freue mich schon aufs Essen nachher“, sagt Tina Simons begeistert und fängt an, die grünen Spargelstanden zu halbieren.

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