Düren: Friedenstaube für die Ukraine fliegt beim Stadtfest

Düren: Friedenstaube für die Ukraine fliegt beim Stadtfest

Es hat schon Tradition, dass IG City-Chef Rainer Guthausen vor dem Stadtfest in der Annakirche eine Kerze entzündet — in der Hoffnung, damit die Voraussetzungen für schönes Wetter zu schaffen. Am Samstagmittag, als das 36. Stadtfest eröffnet wurde, schien die Rechnung wieder einmal aufzugehen.

Die Sonne lachte vom Himmel, die Temperaturen waren angenehm. Am späten Nachmittag aber zog es sich so zu, dass es zu regnen begann — erst verhalten und mit Unterbrechungen, später intensiver. Sonntagvormittag dann öffnete der Himmel teilweise seine Schleusen so stark, dass es ungemütlich wurde.

Der neue Bürgermeister von Eregli, Dr. Hüseyin Uysal trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein (rechts Dürens Bürgermeister Paul Larue). Foto: Ingo Latotzki

Das war allein deshalb schon schade, weil sich das Programm dieses 36. Stadtfestes, für das wie immer die IG City (ein Zusammenschluss von Dürener Geschäftsleuten) verantwortlich zeichnete, sehen lassen konnte. Wie immer ging es lebhaft und bunt auf der sogenannten Partnerschaftsmeile im Schatten der Annakirche zu. Die sieben Dürener Partnerstädte Ergeli (Türkei), Altmünster (Österreich), Cormeilles und Valenciennes (Frankreich) sowie Jinhua (China), Stryj (Ukraine) und Gradacac (Bosnien) präsentierten sich in Holzhütten und zeigten, was Leben und Kultur in ihren Orten ausmachen.

Vor dem Rathaus wurde ein großes Rad gedreht. Gerade in der Dämmerung bot sich ein farbenprächtiges Bild. Foto: Ingo Latotzki

Eine Besonderheit war sicherlich, dass eine Delegation aus der zurzeit von kriegerischen Auseinandersetzungen heimgesuchten Ukraine den Weg nach Düren genommen hatte. Wie passend war es da, dass die Friedenstaube, die seit einigen Jahren von Partnerstadt zu Partnerstadt gereicht wird, an diesem Wochenende nach Stryj geschickt wurde.

„Area 41“ Samstagabend auf dem Marktplatz. Die Mönchengladbacher Gruppe an — trotz einiger Schauer. Foto: Ingo Latotzki

Gute alte Bekannte und regelmäßige Besucher des Stadtfestes sind Delegationen aus Valenciennes. Mit der Stadt im Norden Frankreichs verbindet Düren seit 55 Jahren eine freundschaftliche Beziehung. Geneviéve Adam-Larousserie, Valencienner Delegationsleiterin, sprach denn auch von einem „alten Pärchen“, das schon lange harmonisch zusammen sei.

Der Bürgermeister der bosnischen Stadt Gradacac, Edis Dervisagic dankte nochmals für die Hilfe, die aus Düren, vor allem mit Hilfe des Roten Kreuzes, seiner Stadt zuteil wurde, als im Frühjahr weite Teile des Landes in Bosnien überflutet waren. Vor und auf der Partnerschaftsbühne gab es an beiden Tagen ein buntes Programm aus Tanz, Musik und Folklore. Wie immer souverän und kenntnisreich moderierte Manfred Schall durch das Programm.

Programm gab es in der ganzen Stadt. Auf vier Bühnen wurde Kurweiliges geboten. Am Haus der Stadt fand das Kreismusikfest statt, in der Weierstraße gab es die „Dürener Hochzeitswelt“, auf dem Wirteltorplatz wurde ein französischer Markt geboten. Am Sonntag öffneten die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr. Am Nachmittag trug sich der neue Bürgermeister aus Dürens türkischer Partnerstadt Eregli, Dr. Hüseyin Uysal, im Hoesch-Museum ins Goldene Buch der Stadt Düren ein.

Er besuchte mit seiner Delegation unter anderem das Krankenhaus an der Roonstraße und Sonntagabend die Moschee an der Veldener Straße. Dürens Bürgermeister Paul Larue hob hervor, dass die Feuerwehren beider Städte einen „guten Austausch“ pflegen und er sich Ähnliches für Schulen und Firmen wünsche.

(inla)
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