Kreuzau: Freizeitbad Monte Mare wird mit über drei Millionen Euro modernisiert

Kreuzau : Freizeitbad Monte Mare wird mit über drei Millionen Euro modernisiert

Das Freizeitbad Monte Mare wird bis zum kommenden Jahr für bis zu 3,2 Millionen Euro saniert und modernisiert. Unter anderem soll der Saunabereich erweitert werden, eine Erlebniswelt für Kinder entstehen — und ein neuer öffentlicher Biergarten soll das Bad mit dem Ruruferradweg verbinden.

Die neue Kinder-Erlebniswelt soll ein Schiffswrack prägen, das etwa mit Klettermöglichkeiten und Rutschen ausgestattet wird. Eine Salzgrotte soll den Textilsauna-Bereich aufwerten, zudem sind neue Ruhemöglichkeiten unter anderem mit einer weiteren Etage geplant, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Eine „Turmsauna“ wird im Außenbereich in einigen Metern Höhe entstehen, um während der Entspannung in das angrenzende Naturschutzgebiet blicken zu können.

Im Innenbereich sollen die in die Jahre gekommenen Fliesen komplett erneuert werden; Die Sportumkleiden sollen modernisiert werden. Die heutige Gastronomie für Besucher wird terrassenförmig zum Ruruferradweg ausgebaut und öffentlich gemacht; für die Sauna-Gäste soll ein neuer abgeschirmter Gastrobereich entstehen.

Beginn im Oktober

Nach Aussagen von Landrat Wolfgang Spelthahn in der Funktion als Aufsichtsrat der Freibad Kreuzau GmbH sollen die Arbeiten etwa ab Oktober beginnen; die Pläne müssen noch feinjustiert und nötige Genehmigungen noch eingeholt werden. Der Zeitplan des Umbaus, der den Betrieb auch einschränken wird, werde „zeitnah bekanntgegeben“. Die Millionensumme finanziert die Beteiligungsgesellschaft des Kreises Düren, die das Bad 2003 von der Gemeinde Kreuzau übernommen hatte.

Nach 2012 ist die geplante Investition die erste in das Kreuzauer Bad, das die deutschlandweit tätige Monte Mare Firmengruppe seit 2009 führt. Der Vertrag wurde bis 2025 verlängert. Die Verantwortlichen betonen, dass sie vor der geplanten Investition auch auf die Ende 2015 eröffnete „Therme und Badewelt“ in Euskirchen geschaut haben. „Wir haben befürchtet, dass unser Publikum nach Euskirchen abwandert“, sagte Spelthahn. „Aber das Bad ist keine direkte Konkurrenz. Wir haben unsere Besucherzahlen sogar gesteigert.“

Nach Angaben von Betriebsleiterin Bettina Hüls liegt die Prognose für das laufende Jahr bei insgesamt 150.000 Badegästen, 27.000 Gäste aus Vereinen und Schulen sowie 50.000 Kunden des Sauna- und Wellnessangebotes. „Die Prognose für das Sauna-Angebot lag vor Jahren bei etwa 35.000 Besuchern pro Jahr“, betont Hüls — die Betreiber und der Kreis wollen diese „Erfolgsgeschichte bestätigen“.

Gleichwohl bedeuten die nach Betreiberangaben stetig steigenden Zahlen nicht, dass der Betrieb kostendeckend ist. Das Defizit liegt laut Spelthahn bei zwischen 530.000 und 650.000 Euro jährlich. Für den Monte-Mare-Gründer und heutigen geschäftsführenden Gesellschafter Herbert Doll dennoch eine „bundesweite Superzahl“, denn das Defizit liege im Deutschlandschnitt bei 1,1 Millionen Euro.

Spelthahns kritischer Blick

Wolfgang Spelthahn blickt ob der geplanten Millioneninvestition auch kritisch nach Düren. Denn dort soll bis 2021 ein neues Hallenbad entstehen — ebenfalls mit Saunabereich. „Wir sollten frühzeitig darüber sprechen, wie das Angebot aussehen soll. Eine zweite hochwertige Saunalandschaft direkt neben Kreuzau würde zu einem Kannibalisierungseffekt führen. Das Sportangebot begrüße ich dagegen ausdrücklich.“

(cro)