Düren: Freiwilliges soziales Jahr: Ein neuer Lebensabschnitt in Paraguay

Düren: Freiwilliges soziales Jahr: Ein neuer Lebensabschnitt in Paraguay

„Meine größte Angst ist, dass ich mich total nutzlos fühle. Und dass mich das Schicksal der Kinder, die ich betreue, zu sehr berührt. Meine Hoffnung ist aber natürlich, dass ich den Jungen und Mädchen wirklich helfen kann.“ Tabea Schiffer aus Düren ist 18 Jahre alt und hat gerade ihr Abitur am Wirteltor-Gymnasium mit einer glatten Zwei gemacht.

Am 11. August fängt für die junge Frau ein ganz neuer Lebensabschnitt an, dann fliegt Tabea Schiffer für ein Jahr in die Siedlung Hohenau in Paraguay.

„Ich habe während meiner Schulzeit an verschiedenen Austauschprogrammen teilgenommen“, erzählt Tabea. „Und nach dem Abitur wollte ich wirklich einmal ein Jahr Pause machen und ins Ausland gehen.“ Pause von der Schule und vom Lernen. „Es ist mir aber wichtig, dabei auch etwas für andere zu tun und jetzt nicht nur ein Jahr Urlaub zu machen. Und deswegen habe ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden.“

Tabea Schiffer hat sich bei der Evangelischen Kirche im Rheinland um einen Platz beworben. Nach einem ausführlichen Bewerbungsverfahren mit schriftlichem und mündlichen Teil hat sie einen von 30 Plätzen, die in ganz Nordrhein-Westfalen bekommen. Aus Düren wurde übrigens noch German Gerz ausgewählt, Abiturient des Burgau-Gymnasiums, er absolviert sein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Kindergarten in Argentinien.

Tabea wird in Hohenau in Paraguay in einem SOS-Kinderdorf arbeiten. Hohenau, so die Abiturientin, sei eine Siedlung mitten im Urwald, in der viele Deutsche lebten. „In dem SOS-Kinderdorf, in dem ich arbeiten werde, leben 144 Kinder, die in ihrem Leben schon viel durchmachen mussten.“ Tabea Schiffer soll mit den Jungen und Mädchen spielen und ihnen bei den Hausaufgaben helfen.

Die Dürenerin freut sich auf ihr Freiwilliges Soziales Jahr, darauf mit Spanisch noch eine zusätzliche Fremdsprache zu lernen und auf die vielen neuen Eindrücke. „Ich bin davon überzeugt“, sagt die junge Frau, dass mich dieses Jahr in Paraguay sehr verändern wird. Ich bin sicher, dass ich viel selbstständiger und auch eigenständiger zurückkommen werde. Und das sind ja beides Dinge, die ich auch für meinen späteren Lebensweg gut gebrauchen kann.“

Was genau Tabea Schiffer nach der Zeit in Paraguay machen möchte, kann sie heute noch nicht genau sagen. „Ich kann mir vorstellen“, sagt die junge Frau, „irgendetwas mit erneuerbaren Energien zu studieren und dann später vielleicht in die Entwicklungshilfe zu gehen.“ Seitdem sie sich intensiv mit dem Gedanken auseinandersetzt, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen, engagiert Tabea Schiffer sich auch bei der Dürener Gruppe von amnesty international. „Dieser Themenbereich interessiert mich schon sehr.“

Bevor Tabea Schiffer sich aber mit der Bewerbung für einen Studienplatz beschäftigt, steht jetzt erst einmal Paraguay au dem Programm. Bevor es richtig losgeht, nimmt sie noch an zwei Seminaren teil. Eines findet in Bonn statt, eines in Argentinien. „Im Augenblick“, gibt die 18-Jährige unumwunden zu, „bin ich total aufgeregt. Ich hoffe, dass ich mich gut einlebe und mit den Leuten gut zurechtkomme.“ Tabea weiß, dass sie während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres in Kanada nicht wirklich viel verändern kann. „Aber ich hoffe“, sagt sie, „dass ich dazu beitrage, dass es den Kindern, mit denen ich zu tun habe, zumindest ein bisschen besser geht.“