Düren: Freier Atmen mit Brückenbau: Entwurf des Luftreinhalteplanes vorgelegt

Düren: Freier Atmen mit Brückenbau: Entwurf des Luftreinhalteplanes vorgelegt

Ohne Bau der Umgehungsstraßen B 56n, B 399n und L 257n ist die Belastung der Dürener City mit dem stark giftigen Reizgas Stickstoffdioxid (NO2) nicht wirklich langfristig in den Griff zu bekommen. Darin sind sich die Experten einig.

Im Entwurf des Luftreinhalteplanes der Bezirksregierung, der am Freitag von der Stadtverwaltung vorgestellt wurde, sind jedoch Vorschläge enthalten, wie die hohen NO2-Werte bis zum Jahr 2015 zumindest ein Stück abgesenkt werden können.

Der europaweit geltende Grenzwert für NO2 liegt bei 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Die vom Landes-Umweltamt NRW gemessenen Jahresmittelwerte an der Euskirchener Straße lagen zwischen 66 und 74 Mikrogramm und waren damit die höchsten in NRW (Schoellerstraße: zwischen 46 und 55 Mikrogramm). Beide Straßen werden täglich von fast 20 000 Fahrzeugen frequentiert. Mehr als zehn Prozent davon sind schwere Lkw. Sie sind laut Untersuchung Hauptverursacher der Atemluftbelastung.

Regelmäßig über dem Grenzwert liegen ebenfalls die Aachener Straße und die Arnoldusstraße, wenn auch längst nicht so hoch. Überschreitungen gab es auch an Monschauer Straße, Tivolistraße, Valencienner Straße und Zollhausstraße. Doch geht man davon aus, dass die Werte hier, etwa durch modernere Motoren, bis 2015 spürbar sinken werden.

Die Hauptsorge richtet sich denn auch auf Schoellerstraße und Euskirchener Straße. Laut Luftreinhalteplan soll die Belastung dort durch eine „Selbstverpflichtung der lokalen Industrie” zumindest um 20 Prozent gesenkt werden, stellte Anke Leimert vom städtischen Tiefbauamt am Freitag eine Maßnahme vor.

Will heißen: Die Unternehmen bemühen sich, Leerfahrten ihrer Lkw zu vermeiden oder andere Routen für ihre Fahrzeuge zu wählen. Der Landesbetrieb Straßenbau habe signalisiert, den Bau der Autobahnanschlussstelle Merzenich vielleicht vorzuziehen, verwies Amtsleiter Heiner Wingels auf einen weiteren Schritt.

Die Hauptmaßnahme zur NO2-Reduzierung ergibt sich hingegen eher zufällig. Spätestens zu Ostern 2014 beginnt die Bahn mit dem Abriss ihrer Brücke an der Schoellerstraße. Dann werden dort für zwei Jahre statt heute vier nur noch zwei Fahrspuren über eine Notbrücke zur Verfügung stehen.

Die Umleitungsstrecke werden wohl auch viele Lkw-Fahrer nutzen. Auf Schoellerstraße und Euskirchener Straße wird die Luft dann sauberer. Die Einführung einer Umweltzone bringe nichts, so Anke Leimert. Auch schwere Lkw verfügten heute meist über grüne Umweltplaketten.

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