Nideggen: Franz-Josef Sebastian im Dürener Tor: Galerie bunter Landschaften

Nideggen : Franz-Josef Sebastian im Dürener Tor: Galerie bunter Landschaften

Eine zwölfblättrige Astroblume mit den zwölf Tierkreiszeichen auf den farbigen Blättern steht ungefähr mittig im großen Ausstellungsraum des Dürener Tors. Diese Blume weist den Besuchern den Weg in alle Himmelsrichtungen. Und was die Betrachter sehen, ist Farbe pur, leuchtende Ölfarben auf Leinwand, von zart schimmernd bis kräftig leuchtend.

Maler Franz-Josef Sebastian liebt das leuchtende Öl, dem man sich als Künstler vorsichtig nähern muss, denn Öl ist eigenwillig, oft schwierig, in der richtigen Mischung in die angestrebte Form zu bringen. Öl ist langsam, es entschleunigt. Oft braucht es bis zu drei Monaten, bis ein größeres Bild fertig ist, erklärt Sebastian. Im Dürener Tür zeigt der Maler aus Euskirchen Kleinst-, Klein- und Mittelformate.

Akkurat und detailverliebt

Wie packt Sebastian das Malen an? Vor Ort fertigt er eine Zeichnung, akkurat, detailverliebt, ohne pedantisch zu wirken. Zu Hause im Atelier dient die Zeichnung als Vorlage für das große Werk, das Ölbild. Höchst selten, so Sebastian, nimmt er ein Foto als Vorlage.

Der Rundgang mit dem Maler beginnt am Lago di Cavadine in der italienischen Provinz Trentino, führt über malerische Orte des Gardasees im gebirgigen Norden bis in den schon mediterranen Süden. In der Nähe des kleinen Sees bezieht er immer wieder eine Ferienwohnung, von der er aus auf die Suche nach neuen Motiven aufbrechen kann.

Urlauber in Richtung Gardasee haben sie im Gedächtnis, die weiße Kapelle, links in den Berg gebaut. Kirchen, Burgen, schlossartige Gebäude, sie alle sind vor dem Künstlerauge Sebastians nicht sicher.

Doch nicht immer liegen des Malers Motive so weit weg. Seit Jahrzehnten schon der Kletterei verfallen, besucht Franz-Josef Sebastian immer wieder Nideggen und Umgebung. In seinem Fokus sind dann immer die Felsen, die er erobern musste. Seit drei Jahren nun übt er dieses zweite Hobby neben dem Malen nicht mehr aus. „Ich hatte mein ganzes Leben mit Farben zu tun, machte sie schon als Kind zum Hobby“, erzählt Sebastian, „die bunte Bergwelt lieferte die passenden Motive dazu.“

Die Landschaften, Schlösser, Burgen und Kirchen sind zu erkennen. Der Künstler malt naturgetreu, gibt wider, was er sieht. Gewollt in künstlerischer Freiheit, aber doch erkennbar, sind die manchmal aus der Perspektive gerutschten Bauten.

„Genieße die Umgebung“

Sebastians Ziele sind es, die Betrachter mit auf eine schöne, bunte Reise durch Regionen in Europa zu nehmen, und sich selbst — das zweite Ziel — durch Malen vom Alltagsstress zu befreien. Auch die Betrachtung fertiger Gemälde bedeutet für Sebastian Entspannung. „Ich wandere in den Gassen, Wäldern, Burgen und Schlössern auf den Gemälden umher und genieße die Umgebung“, erklärt der Maler.

Einen besonderen Bezug hat Franz-Josef Sebastian zum Ort der Ausstellung, zu Nideggen: Burg, Kirche, Stadttore aus mehreren Perspektiven und einzelne Privatgebäude sind eine Werbung für den mittelalterlichen Burgflecken.

Begrüßt wurden die Gäste vom stellvertretenden Vorsitzenden des Kunst- und Museumsvereins, Hans Rövenich.

Zu sehen sind die Kunstwerke der fünften und letzten Ausstellung 2018 des Kunst- und Museumsvereins Nideggen im Dürener Tor bis 16. September 2018. Der Künstler zeigt die Gemälde samstags, sonntags und feiertags zwischen 11 und 18 Uhr oder nach Vereinbarung.