Frank-Peter Ullrich ist neuer Vorsitzender der Stadtdürener SPD

Neuwahl bei Stadtdürener SPD : Frank-Peter Ullrich setzt sich in Kampfkandidatur durch

Die Stadtdürener SPD hat einen neuen Vorsitzenden: Nachfolger des in den vergangenen zweieinhalb Jahren in der Öffentlichkeit mit Ausnahme seiner herben Niederlage bei der Landtagswahl 2017 (-6,7 Prozent der Erststimmen) kaum in Erscheinung getretenen Cem Timirci ist nicht ganz überraschend der 49-jährige Frank-Peter Ullrich aus Arnoldsweiler.

Timircis bisheriger Stellvertreter, der vom Stadtverbandsvorstand vorgeschlagen worden war, setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 52:27 Stimmen oder 66 Prozent gegen Klaus Humme durch. Der Vorsitzende des SPD-Distrikts Düren-Nord wurde anschließend neben der im Amt bestätigten Margot Biergans und dem erst 29-jährigen Dominik Schroeteler zu einem von drei stellvertretenden Vorsitzenden gewählt – zu Lasten des langjährigen Kreistagsmitglieds Uli Titz, der dem neuen Vorstand nun nicht mehr angehört.

Intensiverer „Stallgeruch“

Inhaltlich lagen die beiden Kandidaten in ihren Bewerbungsreden vor den 79 stimmberechtigten Mitgliedern im Saal Bank in Hoven nicht weit auseinander. Sie stellten die Erfolge der von der SPD geführten „Ampel“-Koalition mit Grünen, FDP und Linke im Stadtrat in den vergangenen Jahren heraus – vom Masterplan über den Ausbau der Wirtschaftsförderung, das City-Ticket XL bis zur kompletten Beitragsfreiheit im Kindergartenbereich –, machten aber gleichzeitig auch deutlich, dass die SPD ihre Erfolge zu schlecht in der Öffentlichkeit verkauft habe. Das müsse sich ändern, forderten beide unisono. Dass die Digitalisierung und der Soziale Wohnungsbau weitere wichtige Themen für Düren sind, machten ebenfalls beide deutlich. Was am Ende den Ausschlag zugunsten Ullrichs gegebenen haben dürfte, ist der wohl intensivere „Stallgeruch“.

Während der 57-jährige Humme der Partei gerade einmal dreieinhalb Jahre angehört, blickt Ullrich bereits auf 27 Jahre in der SPD zurück. Er hob hervor, aus einer Arbeiterfamilie zu stammen, der SPD als „Partei des sozialen Ausgleichs“ seine schulische und berufliche Laufbahn bis hin zu seiner heutigen Tätigkeit im Bundesrechnungshof zu verdanken und kündigte an, in Zukunft wieder verstärkt die Nähe zu den Gewerkschaften und zur Arbeiterwohlfahrt suchen zu wollen. Das seien die strategischen Partnern der Sozialdemokratie, „lange bevor die ‚Ampel‘-Partner in unser Leben getreten sind“.

Ullrich, der seinem aus familiären Gründen nicht mehr zur Verfügung stehenden Vorgänger ausdrücklich für seine Arbeit bei der Umstrukturierung der Dürener SPD dankte, sprach nach seiner Wahl mit Blick auf einen Gegenkandidaten, der schließlich auch seine Anhänger habe, „von einem überzeugenden Ergebnis“. Er lässt keinen Zweifel an der Fortsetzung der Ampel-Koalition aufkommen und will in einer für die „SPD sicherlich schwierigen Zeit“ neben der inhaltlichen Profilierung alles daran setzen, geeignete Kandidaten für Stadtrat, Kreistag und die Bürgermeisterwahl zu finden. Dabei soll die Verjüngung der Mandatsträger eine wichtige Rolle spielen.

„Bis zu den Sommerferien hätten wir gerne ein Personaltableau.“ Gekürt werden sollen die Kandidaten im November. Zu eigenen Ambitionen auf den Rathauschefsessel schwieg er sich ebenso aus wie zu seiner Stichwahl-Niederlage bei der Bürgermeisterwahl in Jülich 2015 als gemeinsamer Kandidat von SPD und CDU.

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