Düren: „Fotografische Gesellschaft Düren“ präsentiert ihre Ausstellung

Düren : „Fotografische Gesellschaft Düren“ präsentiert ihre Ausstellung

Selten findet der Betrachter so viele verschiedene Ansichten, auf Fotopapier gebannt, einträchtig nebeneinander. Bei der „Fotografischen Gesellschaft Düren“ gibt es das. Im Foyer des Dürener Rathauses haben ihre Mitglieder Fotos der Kreisstadt neben Ansichten von Schlössern und Burgen, Marktständen und Kirmesrummel gehängt.

Elf Fotografen zeigen Prachtbauten aus der glorreichen Zeit Dürens: das Leopold-Hoesch-Museum — seit kurzer Zeit eine Einheit mit dem Erweiterungsbau und dem neuen Papiermuseum. Patrizierhäuser in der Holzstraße sind eindrückliche Erinnerungen an eine Zeit vor 1944, als Düren eine der solventesten Städte des Deutschen Reiches war. Marktstände mit überreichen Angeboten auf dem Marktplatz sprechen davon, dass die Menschen in der 90.000-Seelen-Stadt leben, arbeiten und relaxen können.

Ein bekannter Musiker bläst pausbackig in seine Posaune, Ausschnitte von der Annakirmes, das vergoldete Annahaupt, die Reliquie, die vor Jahrhunderten — so erzählt es die Geschichte — auf krummen Pfaden nach Düren gelangt sein soll. Bunte Einkaufsstraßen liegen rund um das Rathaus, das einsame Hexenhäuschen im Schillings-Park , Volleyball, Dürens sportliches Aushängeschild — die Fotokünstler zeigen Architekturen, Arbeiten und Stellen in Düren, die ein Nicht-Fotograf vielleicht so nicht sieht.

Annakirmes und Volleyball

Weitere architektonische Leckerbissen — wie die Annakirche und die Christuskirche mit ihren voluminösen Orgeln — singen ein Lied des heutigen Dürens. Nicht zu vergessen das restaurierte Schloss Burgau, das aus der Kulturszene nicht mehr wegzudenken ist. Über die Stadtgrenzen hinweg haben die Lichtbildner Eindrücke von der Drover Heide und von Burg und Stadt Nideggen eingefangen.

In seiner Begrüßungsrede bedankte sich der erste Bürger der Stadt, Paul Larue (CDU), bei der „Fotografischen Gesellschaft Düren“ für die Darstellung der Stadt im Ist-Zustand. Die Fotografien seien, sagte Larue, eine Werbung für Düren und seine Umgebung. Larue, von Haus aus Historiker, erinnerte an die drei großen Zerstörungen der Stadt durch Kaiser Karl V., durch marodierende Horden im Dreißigjährigen Krieg und zuletzt — einigen Anwesenden noch in leidvoller Erinnerung — durch den Bombenangriff am 16. November 1944.

„Doch die Menschen sind immer wieder aufgestanden, haben Düren wieder aufgebaut und leben bis heute innerhalb der Mauern, von denen nur noch wenige Reste zu sehen sind“, sagte Paul Larue.

Der Vorsitzende der „Fotografischen Gesellschaft“, Jürgen Taeter, bedankte sich zu Beginn seiner Laudatio bei den Organisatoren der Vernissage. „Dass wir als Gesellschaft diese Historie haben“, meinte Taeter, „verdanken wir dem ehrenamtlichen Engagement vieler.“ Ohne die Arbeit dieser Leute sei auch eine solche Ausstellung nicht durchführbar.

Kontakte nach China

Kurz erklärte der Vorsitzende die Entstehung der Ausstellung „Düren — Menschen, Architektur und Landschaft“. Otto Böhr, Vorsitzender bis 2016, habe bei dem Besuch einer Delegation Dürener Bürger unter der Leitung von Bürgermeister Paul Larue Kontakte zu Fotografen in Jinhua, der chinesischen Partnerstadt, geknüpft. Mit Unterstützung von Helmut Göddertz, Pressesprecher der Stadt Düren, wurden wechselseitige Fotoausstellungen verabredet. Die erste Ausstellung aus Jinhua erfolgte 2017 im Rathaus Düren.

Im Gegenzug präsentierten die Dürener Fotografen unter der Leitung von Berthold Klammer in diesem Jahr Ansichten aus Düren im Rathaus von Jinhua, einer Stadt mit 5,5 Millionen Einwohnern. Jetzt hängen sie im Dürener Rathaus.

Die Werke sind bis zum 28. September 2018 im Foyer des Dürener Rathauses montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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