Jülich: Forschung und Wirtschaft sind unter sich

Jülich: Forschung und Wirtschaft sind unter sich

Wasserstoff bietet hervorragende Möglichkeiten, um Energie im großen Maßstab zu speichern. Die Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse spielt daher eine wichtige Rolle für den intensiven Ausbau erneuerbarer Energien. Um die Kommerzialisierung der Technologie zu beschleunigen, tauschen sich Experten führender Unternehmen mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Forschungseinrichtungen in einer auf fünf Jahre angelegten Workshop-Reihe der Internationalen Energieagentur aus.

Das erste Treffen fand am Forschungszentrum Jülich (FZJ) statt. Bisher werden nur vier Prozent des weltweit verfügbaren Wasserstoffs mittels Elektrolyse erzeugt, überwiegend durch sogenannte alkalische Elektrolyseure. Neue Verfahren mit Polymermembran (PEM), wie sie unter anderem auch am FZJ entwickelt werden, könnten den Wirkungsgrad weiter verbessern. PEM-Elektrolyseure arbeiten auch mit wenig Strom effizient und können kurzzeitig extreme Überlasten aufzunehmen, ein Vorteil, wenn es darum geht, teils stark schwanken Wind- und Solarstrom umzuwandeln, der aber auch der Netzstabilität zugute kommt. Noch ist der Edelmetallgehalt der Zellen relativ hoch, was sich entsprechend auf die Kosten niederschlägt.

Eine weitere Alternative stellt die Hochtemperatur-Wasserelektrolyse (Solid Oxide Electrolysis Cell, SOEC) dar, die ohne Edelmetall auskommt. Die Zellen befinden sich aber noch im Entwicklungsstadium, insbesondere hinsichtlich der Langzeitstabilität. Die Internationale Energieagentur (International Energy Agency, IEA) ist aus der Notwendigkeit zur Kooperation während der Öl-Krise 1973/74 hervorgegangen und berät seitdem ihre Mitgliedsstaaten zu energiepolitischen Fragen. Der jährlich erscheinende „World Energy Outlook“ der IEA ist auch als „Bibel der Energiewirtschaft“ bekannt.

Die Organisation verfolgt ein umfassendes Programm zur Energieforschung und Erhebung wissenschaftlicher Daten. Der vom FZJ koordinierte „Annex 30 Electrolysis“ ist eines dieser Projekte, an dem sich Teilnehmer aus Deutschland, Dänemark, USA, Japan, Korea und der Schweiz beteiligen, um Vertreter der Industrie mit Elektrolyse-Experten des FZJ, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, des Freiburger Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, der Technischen Universität Dänemark, des Schweizer Paul Scherrer Institut, des amerikanischen National Renewable Research Laboratory (NREL) sowie des Koreanischen Instituts für Wissenschaft und Technologie (KIST) zusammenzubringen.

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