Düren: Forensik-Ausbrecher nach vier Jahren Flucht gefasst

Düren: Forensik-Ausbrecher nach vier Jahren Flucht gefasst

Der Fall war spektakulär: Im November 2008 flüchten Ayhan T. und Ismail K. aus dem Forensischen Dorf der LVR-Klinik. Es war der erste und einzige Ausbruch aus der Forensik, der jemals gelungen ist. Danach fehlte von beiden Patienten jede Spur.

Von Anfang an wurde vermutet, dass sich beide Täter in die Türkei abgesetzt haben.

Am 1. Mai ist Ismael K. jetzt von der Bundespolizei festgenommen worden. Der gebürtige Türke wollte von Antalya kommend in die Bundesrepublik einreisen und wurde noch am Flughafen Köln/Bonn verhaftet und wieder in die LVR-Klinik in Düren eingeliefert. Dort war der 43-jährige K. als psychisch kranker Straftäter nach einem versuchten Totschlag behandelt worden.

Für Schlagzeilen sorgte der Fall 2008 nicht nur, weil es der erste Ausbruch aus der hermetisch abgeriegelten Forensik war, sondern weil die Flucht geradezu abenteuerlich war. Die beiden Männer hatten auf dem Forensik-Gelände eine sieben Meter lange Stange aus dem Fangnetz eines Tores herausgerissen und konnten sie auf die Schutzmauer legen. Sie hangelten sich an der Stange entlang, überwanden so einen fünf Meter tiefen Graben, konnten die Mauer überwinden und flüchten.

Überwachungskameras waren damals auf dem Schutzwall nicht installiert. Das änderte sich nach dem Vorfall schlagartig. Neben baulichen Maßnahmen wurde zusätzlich eine Alarmgruppe aus fünf Pflegekräften gebildet, die ein schnelle Eingreifen ermöglichen sollte.

Wie lange Ismail K. nun in der Dürener Klinik untergebracht wird, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen. Ebenso unklar blieb, ob es Erkenntnisse über den derzeitigen Aufenthalt des zweiten flüchtigen Straftäters gibt.

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