"Fools on a hill" spielen im Rittersaal auf Schloss Burgau

Konzert im Rittersaal auf Schloss Burgau : Reise in die 60er mit „Fools on a hill“

Eine Zeitreise der ganz besonderen Art konnten die Gäste des Musikers Heinz Küppers und des Journalisten Hans Hoff im Rittersaal von Schloss Burgau erleben.

Die beiden – Küppers als Pianist und Erzähler, Hoff als Sänger – nahmen das Publikum mit in das Deutschland der 1960er Jahre. Die Werbung nannte man Reklame und sie arbeitete sich an den Rollenklischees der Zeit ab, die Wirtschaft boomte, der später als Dr. Sommer berühmt gewordene Lebensberater der Bravo hieß noch Dr. Vollmer, nichts ging über Bärenmarke im Kaffee und die beiden Teenies Küppers und Hoff bewegten sich durch die Pubertät.

Viele Jahre später, mit Anfang 40, trafen sie sich eines nicht verkaufsoffenen Sonntag-Nachmittags zufällig auf dem Aldi-Parkplatz im heimatlichen und hügeligen Nideggen. Beide freischaffend, hatten separat voneinander vergessen, dass der Markt der Gebrüder Albrecht sonntags eben nicht öffnet. „Fools on a Hill“ nannten sie sich später ob der obskuren, schicksalhaften Begegnung auf dem Hügel. Ein reger Austausch zum Thema Musik entstand sofort zwischen den beiden.

Das Lied „Sunny Afternoon“ der Beatles spielten Küppers und Hoff passenderweise im gut besuchten Rittersaal, um den Beginn ihrer bis heute andauernden musikalischen Freundschaft zu feiern. Es ist eine Freundschaft, die die beiden gerne auch mit Sticheleien anreichern. So sprach Hans Hoff seinen Bühnenpartner als „erfolglosen Liedermacher aus der Eifel“ an, was diesem allerdings die Steilvorlage zu einem Konter gab: „Stimmt schon. Er ist erfolgreicher als ich und hat auch viel mehr Geld“ bemerkte er, um sich dann durchs volle Haupthaar zu streichen und mit Blick auf die eher nicht existente Mähne des Mitmusikers zu ergänzen: „Aber die Natur ist gerecht.“

Zwischen englischsprachigem Beat und Rock der Sechzigerjahre und deutschen Schlagerklassikern bewegte sich das Repertoire dieses Nostalgie-Abends. Balladen wie Van Morrisons „Brown Eyed Girl“ , „A Whiter Shade of Pale“ der Band Procol Harum oder „House of the Rising Sun“ der Gruppe The Animals trafen auf Rock-Klassiker wie „I can‘t get no satisfaction“ der Rolling Stones und Connie Francis‘ „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“.

Vor diesem Soundtrack, den die Gäste textsicher chorisch untermalten, agierte Heinz Küppers als poetischer Geschichtenerzähler, der sich des Mikrokosmos der Teenagerwelt annahm – zwischen erstem Kuss, Klammerblues und pubertären Problemen mit Transpiration.

Küppers ist ein begnadeter Erzähler. Er schafft es, seine Zuhörer mit wenigen, gut gewählten Worten in die Welt seiner Jugend zu versetzen. Selbstironisch schaut er auf die Tücken des Erwachsen- und des Älterwerdens. Küppers dunkle ausdrucksstarke Stimme erinnert an einen Tom Waits oder Leonard Cohen und zieht die Zuhörer sofort in ihren Bann. Die Zuschauer auf Schloss Burgau erlebten die letzte Vorstellung dieser Zeitreise mit dem Titel „Jung in den Sechzigern” und auch des Duos „Fools on a Hill”.

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