Feuerwehr Düren erhält Neubau an der Veldener Straße

Machbarkeitsstudie vorgelegt : Neue Hauptwache kostet rund 22,6 Millionen Euro

Drei Erdgasleitungen schränken die Bebauung zwar ein, trotzdem ist der ehemalige Parkplatz der Papierfabrik Reflex an der Veldener Straße für den Bau einer neuen Hauptwache der Dürener Feuerwehr bestens geeignet.

Das geht aus einer Machbarkeitsstudie hervor, die das im Feuerwehrwesen renommierte Ingenieurbüro „kplan“ im Auftrag der Stadt Düren erstellt hat. Nach den Berechnungen der Experten, die nun Grundlage für einen europaweiten Architekturwettbewerb sind, belaufen sich die Baukosten auf 22,6 Millionen Euro, knapp zwei Millionen mehr als noch im Rettungsdienstbedarfsplan Anfang 2017 geschätzt.

Dass der Neubau absolut erforderlich ist, steht für Dürens Feuerwehrchef Johannes Rothkranz und Gebäudemanager Helmut Harperscheidt außer Frage und wird nach anfänglichen Bedenken mittlerweile auch von der „Ampel“-Mehrheit im Stadtrat eingesehen. Der Anfang der 80er Jahre in Betrieb genommene Gebäudekomplex an der Brüsseler Straße ist dringend sanierungsbedürftig – Harperscheidt sieht ein Volumen von bis zu sechs Millionen Euro – und er platzt auch aus allen Nähten. War er ursprünglich für 40 Mitarbeiter konzipiert, müssen sich heute mehr als 110 Mitarbeiter von Rettungsdienst und Feuerwehr die Räume teilen, erklärt Rothkranz. Teilweise sitzen sie in Kellerräumen ohne Tageslicht, getrennte Sozialräume für Männer und Frauen sind gar nicht vorhanden, so dass bislang auch keine Frauen eingestellt werden konnten. Was aber noch viel gravierender ist: Von der Brüsseler Straße aus kann die Feuerwehr im Ernstfall weite Teile der Stadt nicht schnell genug, das heißt binnen acht Minuten, erreichen, wie eine Gefährdungsanalyse gezeigt hat

Dürens Feuerwehrchef Johannes Rothkranz (l.) und Gebäudemanager Helmut Harperscheidt präsentierten die Machbarkeitsstudie. Foto: ZVA/Jörg Abels

Das alles wird am neuen Standort deutlich besser, betonen Rothkranz und Harperscheidt. Ermittelt wurde ein Raumbedarf von 5800 Quadratmetern. Davon entfällt das Gros, rund 4900 Quadratmeter, auf die neue Hauptwache – auf Fahrzeughallen für 22 Fahrzeuge, Werkstattbereich, Büros und Spindräume für 125 Hauptamtler, Küche, Aufenthalts- und Sozialräume. Wichtig ist dabei eine klare Schwarz-Weiß-Trennung, das heißt: Einsatzkleidung und Privatkleidung dürfen nicht in Kontakt kommen.

Weitere 500 Quadratmeter sind für eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr vorgesehen, die ebenfalls von der Brüsseler an die Veldener Straße umziehen soll, rund 400 Quadratmeter für den Standort eines Rettungswagens. Der wird in der Innenstadt neben den beiden bereits an der Brüsseler Straße stationierten benötigt und wäre aus Sicht der Stadt an der neuen Hauptwache kostengünstiger zu errichten als am alten Gebäude. Entscheiden aber müsse darüber am Ende der für den Rettungsdienst zuständige Kreis Düren, betont Rothkranz.

Größte Herausforderung im nun anstehenden Architekturwettbewerb ist es, die Gebäude so auf dem insgesamt 10 500 Quadratmeter großen Areal zu planen, dass sie bei Bedarf in Zukunft auch noch erweitert werden können. Viel Spielraum gibt es dabei nicht, schließlich müssen auch noch Parkplätze für die Mitarbeiter, Übungsflächen und sogenannte Aufstellflächen vor den Wagenhallen eingeplant werden. Für die Ein- und Ausfahrt auf die Veldener Straße muss zudem noch eine Bedarfsampel eingerichtet werden, die der Feuerwehr im Einsatz eine schnelle Ausfahrt ermöglicht.

Wenn der Stadtrat den Grundsatzbeschluss zum Neubau der Hauptwache verabschiedet, soll so schnell wie möglich der Architekturwettbewerb gestartet werden. Spätestens in einem Jahr soll dann der Sieger gekürt werden, damit im März 2020 mit dem Bau begonnen werden kann. Ziel ist laut Harperscheidt eine Fertigstellung im Jahr 2022.

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