Kreis Düren: Fast 60 Feuerwehreinsätze nach Dauerregen im Kreis Düren

Kreis Düren: Fast 60 Feuerwehreinsätze nach Dauerregen im Kreis Düren

Während des Dauerregens der vergangenen Tage ist mancher Keller vollgelaufen. Die Rettungsleitstelle des Kreises Düren verzeichnete von Mittwochmorgen bis Donnerstagvormittag 58 Einsätze im Kreisgebiet. Betroffen waren vor allem das Dürener Stadtgebiet sowie die Gemeinden Niederzier und Merzenich.

„Dramatisches ist aber zum Glück nicht passiert“, zog Walter Weber, Leiter der Einsatzleitstelle, am Donnerstag eine Bilanz. Anders als an der Vicht in Stolberg und an der Inde in Eschweiler sei die Lage an allen Flüssen und Bächen im Gebiet des Wasserverbands Eifel-Rur ruhig, teilte Verbandssprecher Marcus Seiler auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Einen Schaden, der leicht in die Millionen hätte gehen können, verhinderten Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks in der Nacht zum Donnerstag bei einem Logistikunternehmen an der Dürener Henry-Ford-Straße. Von der 36.000 Quadratmeter großen Dachfläche des Distributionszentrums wird das Regenwasser in zwei Sickergräben abgeleitet, die jeweils mehrere Tausend Kubikmeter Wasser fassen. Nach den starken und andauernden Regenfällen jedoch drohten die Gräben überzulaufen.

„Das Wasser stieg beunruhigend schnell, so dass ich die Feuerwehr um Hilfe gebeten habe“, sagte Betriebsleiter Michael Meyer. Wären die Gräben übergelaufen, hätte das Wasser in die Hallen eindringen können. „Wir haben etwa 50.000 Paletten dort“, sagte Meyer. Hilfe kam von Feuerwehr und THW: Von 20 Uhr an bis in die frühen Morgenstunden wurden rund 14.000 Liter Wasser pro Minute aus den Gräben auf umliegende Felder und in den Regenwasserkanal eines benachbarten Unternehmens gepumpt. Gegen 4 Uhr war die Situation entspannt, wurde der Einsatz abgeschlossen.

Ein Großteil der 18 Einsätze der Dürener Feuerwehr entfielen auf den Stadtteil Echtz. An der Waidmühlenstraße, der St.-Michael-Straße und der St.-Matthias-Straße liefen Keller voll. In einem Fall war ein Seniorenheim betroffen, die Feuerwehr schaffte schnell Abhilfe, das Haus musste nicht evakuiert werden. Bei einem anderen Einsatz drang Wasser aus dem Kanal wegen einer fehlenden Rückstauklappe in ein Wohnhaus ein, das vorsorglich evakuiert wurde. Die Feuerwehr pumpte den Keller aus, die Stromversorgung konnte wiederhergestellt werden und die Bewohner durften zurückkehren.

In Düren wurde die Feuerwehr zu einem Einsatz gerufen, bei dem zunächst vermutet wurde, dass der Bewohner einer Wohnung hilfslos im Badezimmer liegt. Es tropfte nämlich Wasser von der Decke der darunterliegenden Wohnung. Als die Feuerwehr die Tür öffnete, war jedoch niemand zu Hause. Die Badewanne allerdings war übergelaufen, weil durch das Dach der Wohnung Regen eindrang.

Im Nordkreis drohte ein leerstehendes Haus einzustürzen. Durch das defekte Dach drang Wasser ein, das Haus musste von Einsatzkräften der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks mit Stützkonstruktionen stabilisiert werden.

(sj)
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