Falschgeld: Schöffengericht spricht Ehepaar frei

Prozess um falsche 50-Euro-Scheine : Schöffengericht spricht Ehepaar aus Düren frei

Ein Paar aus Düren, das im Frühjahr 2017 in drei Geschäften mit falschen 50-Euro-Scheinen bezahlt hat und sich deshalb vor dem Schöffengericht zu verantworten hatte, ist freigesprochen worden.

In zwei weiteren Fällen waren die sogenannten Blüten beim Bezahlen der Ware aufgefallen und deshalb nicht akzeptiert worden. Außerdem fand die Polizei bei einer Wohnungsdurchsuchung drei weitere falsche Fünfziger.

Von Prozessbeginn an hatte der 26-jährige Mann ausgesagt, er habe das Elektrofahrrad seiner Mutter über ein Internet-Verkaufsportal für 450 Euro verkauft. Das Geschäft Geld gegen Fahrrad sei am Dürener Bahnhof abgewickelt worden; der Name des Käufers sei ihm nicht bekannt.

Die neun 50-Euro-Scheine habe er zu Hause in die Haushaltskasse gelegt, und in den Tagen danach habe seine 23 Jahre alte Lebensgefährtin dieses Geld für diverse Einkäufe verwendet.

Das Paar hatte stets beteuert, nicht bemerkt zu haben, dass es sich um Falschgeld handelte. Mithilfe von insgesamt neun Zeugen versuchte das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange diese Darstellung auf Glaubwürdigkeit und Plausibilität abzuklopfen. Die Vorwürfe der Geldfälschung waren ebenso wenig zu beweisen wie das vorsätzliche Inverkehrbringen besagter Blüten. Dies zeichnete sich auch bereits am ersten Verhandlungstag ab, als die sichergestellten Geldscheine im Gerichtssaal von den Prozessbeteiligten in Augenschein genommen und als „ziemlich gut gemacht“ bezeichnet wurden. Da dem angeklagten Paar ein vorsätzliches Handeln nicht nachzuweisen war, plädierte am Ende sogar die Vertreterin der Staatsanwaltschaft auf Freispruch.

Anders sah es in einem Verfahren gegen den 26-jährigen Mann aus, dem darüber hinaus ein Betrug gegenüber einem Möbelkonzern vorgeworfen wurde. Er habe zweieinhalb Monate nach Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung über seine Vermögenslosigkeit Möbel für 6600 Euro bestellt, wohl wissend, dass er nicht bezahlen konnte. Da er einschlägig aktenkundig war, zum Tatzeitpunkt unter Bewährung stand und nach Ansicht seines Bewährungshelfers nicht wirklich kooperiere, wurde die sechsmonatige Freiheitsstrafe nicht zur Bewährung ausgesetzt, wie der Verteidiger des Angeklagten beantragt hatte.

(hp)
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