Falscher Polizist und falscher Neffe erbeuten jeweils fünfstellige Beträge

Telefonbetrüger schlagen zu : Falscher Polizist und falscher Neffe erbeuten fünfstellige Beträge

Mehrere tausend Euro Bargeld, sowie Schmuck und Gold erbeuteten Telefonbetrüger von einen 61-Jährigen und einer 92-jährigen. Dabei gaben sich die Täter als Neffe des Opfers beziehungsweise als Polizeibeamter aus.

Als ein 61 Jahre alter Mann aus Düren am Montag Besuch von seinem Neffen bekam, fragte er ihn, wie es mit dem Kauf seiner neuen Wohnung aussehe. Der Neffe war verwirrt, denn er hatte nicht vor, eine neue Wohnung zu kaufen. Kurz darauf wurde beiden klar, dass der 61-Jährige am vorherigen Donnerstag Opfer eines Trickbetrügers geworden sein musste.

Eine Mann hatte mit unterdrückter Nummer bei dem Senior angerufen und sich als dessen Neffe ausgegeben. Durch geschicktes Fragen vermittelte er ihm das Gefühl, viel über ihn zu wissen und erschlich sich so sein Vertrauen.

Er gab vor, Geld für den Kauf einer Eigentumswohnung zu brauchen. Die beiden einigten sich auf eine fünfstellige Summe, die noch am selben Tag in bar an eine angebliche Bankangestellte übergeben werden sollte. Der Dürener hob das Geld ab und traf sich gegen halb vier Uhr in der Renkerstraße in Lendersdorf-Krauthausen mit der vermeintlichen Bankangestellten.

Die Frau war etwa 20 Jahre alt, hatte dunkle Haare und gebräunte Haut, war circa 1,65 m groß und schlank. Sie trug eine getönte Sonnenbrille, eine Jeanshose, eine blaue Jacke und eine hellgraue Strickmütze.

Ebenfalls zum Opfer eines Betruges wurde eine 92-jährige Frau aus Langerwehe, die telefonisch von einem Mann kontaktiert wurde, der sich als Hauptkommissar Bach von der Kriminalpolizei in Düren ausgab. Dieser erklärte ihr, dass eine Liste mit ihrem Namen bei kürzlich festgenommen Verbrechern gefunden worden sei. Außerdem sei ihre Adresse mit dem Hinweis vermerkt gewesen, dass sie allein sei, man bei ihr leichtes Spiel habe und dass sie über ein Schließfach mit viel Bargeld und Schmuck verfüge.

Da diese Informationen auf die 92-Jährige zutrafen, schenkte sie dem Mann Glauben. Er sagte weiter, dass der Verdacht bestehe, dass der Inhalt des Schließfachs gegen Fälschungen ausgetauscht worden war. Das wollte man durch einen Kollegen persönlich kontrollieren lassen. Bis dahin solle die Frau auf keinen Fall telefonieren, um die Leitungen für die Polizei freizuhalten.

Die Seniorin und ihre Nichte taten wie geheißen und holten Schmuck, Bargeld und Gold aus dem Schließfach. Bis zum Eintreffen des falschen Polizisten hielten die Betrüger die Nichte durch ein weiteres Telefonat lange am Handy, sodass sie nicht die Möglichkeit hatte, die echte Polizei zu verständigen.

Die beiden ließen den vermeintlichen Polizeibeamten dann in die Wohnung. Als die Nichte ihn nach seinem Dienstausweis fragte, erwiderte dieser als verdeckter Ermittler nicht über einen solchen zu verfügen, beruhigte die Frau aber mit einem selbst angefertigten „Sicherheitsprotokoll".

Dann ließ er sich die Sachen aus dem Schließfach von den Frauen in eine Stofftasche packen, nahm sie zur weiteren Prüfung mit und sagte, dass er alles bis sieben Uhr wieder zurückbringen würde. Als dies nicht geschah, verständigten die 92-Jährige und ihre 67-jährige Nichte schließlich die richtige Polizei. Diese sicherte Spuren am Tatort.

Der falsche Polizeibeamte wird als 175 cm großer, 40 Jahre alter, schlanker Mann mit großen Füßen beschrieben. Er hatte ein schmales Gesicht, eine lange dünne Nase und trug eine Jeanshose, eine blaue Blousonjacke und eine grün-beige Baseballkappe mit dem Aufdruck einer amerikanischen Sportmannschaft. Er entfernte sich schnellen Schrittes in Richtung der Straße "Auf dem Hiebchen" vom Tatort.

Zeugen, die die Übergabe möglicherweise beobachtet haben oder sonstige Hinweise im Zusammenhang mit den beiden Vorfällen geben können, werden gebeten, die Leitstelle der Polizei unter der Rufnummer 02421 949-6425 zu informieren.

Die Polizei warnt in ihrem Bericht eindringlich vor diesen und anderen Betrugsmaschen: „Unser Rat bei Anrufen dieser Art: Sofort auflegen und über 110 die Polizei verständigen und niemals Auskünfte zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen am Telefon geben!“, so die Polizei Düren. „Bitte informieren Sie unbedingt ältere Menschen in ihrem Umfeld. Diese werden leider gezielt und derzeit wieder vermehrt als Opfer ausgewählt.“

(red/pol)
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