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Extinction Rebellion färbt Rur im Kreis Düren „giftgrün“

Umweltaktivismus : Extinction Rebellion färbt Rur „giftgrün“

Umweltaktivisten von Extinction Rebellion haben am Donnerstagmorgen das Wasser der Rur im Kreis Düren hellgrün eingefärbt. Nach Einschätzung des Wasserverbands ist der Farbstoff nicht schädlich, die Polizei hat trotzdem die Ermittlungen aufgenommen.

Spaziergängern bot sich am Donnerstagmorgen ein ungewöhnliches Bild: Die Rur leuchtete im Raum Jülich in hellem Grün. Umweltaktivisten von Extinction Rebellion wollten mit der Aktion „Kohle vergiftet“ auf die Gewässerverschmutzung durch Kohlegewinnung aufmerksam machen.

„Durch Sümpfungen für RWE-Tagebaue ist der Grundwasserhaushalt in der niederrheinischen Bucht nachhaltig geschädigt. Das betrifft eine riesige Fläche, die bis in die Niederlande reicht“, teilten die Organisatoren mit.

Für die Aktion gegen Braunkohle wurde nach Angaben von Extinction Rebellion der „giftgrüne“ Farbstoff Uranin ins Wasser gelassen. Dieser sei unbedenklich und werde auch zur Gewässermarkierung eingesetzt. „Die Farbe ist biologisch abbaubar und verläuft im Wasser“, erklärte Norman Schumann, Sprecher von Extinction Rebellion NRW.

Wegen des Vorfalls ist die Polizei Aachen eingeschaltet worden. „Im Rahmen der Tatortaufnahme sind Gewässerproben entnommen worden. Nach ersten Erkenntnissen war das Wasser nicht verunreinigt“, teilte Polizeisprecher Frank Plum auf Nachfrage mit. Es sei aber ein Verfahren eingeleitet worden, die Ermittlungen dauern noch an.

Der Wasserverband Eifel-Rur, der über die Testergebnisse der Unteren Wasserbehörde des Kreises Düren informiert wurde, schätzt die Farbe als ungefährlich ein. „Mutmaßlich handelt es sich wie von den Aktivisten angekündigt um den Farbstoff Uranin,dieser gilt als ökotoxologisch nicht relevant“, sagte Pressesprecher Marcus Seiler. Es sei also davon auszugehen, dass Tier- und Pflanzenwelt keinerlei Schäden von der Aktion nehmen.

In Berlin, wo zeitgleich die Spree grün eingefärbt wurde, entnahm die Feuerwehr nach eigenen Angaben vor Ort eine Gewässerprobe und übergab sie der Polizei. Eine entsprechende Anzeige wegen des Verdachts der Wasserverunreinigung sei aufgenommen worden, teilte die Polizei mit. Auch in Zerre (Lausitz) färbten Aktivisten die Spree ein.

„Wir hoffen, dass sich Leute durch diese Aktion weiter informieren“, sagte Schumann. Man wolle damit auch schon auf kommende Aktionen aufmerksam machen. Ab dem kommenden Montag plant Extinction Rebellion eine Woche mit bundesweiten Events. Zu den Strategien der Gruppe gehören Aktionen zivilen Ungehorsams wie Flashmobs und Fahrraddemos sowie Brücken- und Straßenblockaden.

(can/dpa)