„Trio Oreade“ : Explosiver Beifall auf Schloss Burgau

„Trio Oreade“ : Explosiver Beifall auf Schloss Burgau

Die Erinnerung an ein Konzerterlebnis in der Zürcher Tonhalle lässt spüren, was einem in Düren geboten wird, wenn Musiker von dort oder anderen Musikzentren auf Schloss Burgau bei der „Cappella Villa Duria“ zu Gast sind. Diese Assoziation verdichtet sich, wenn mit dem preisgekrönten „Trio Oreade“ die Bratschistin Ursula Sarnthein aus Düren stammt.

Die diplomierte Geigerin verbindet nicht nur ihr Abitur an St. Angela mit der Region, sondern auch der Geburtsname Hafenrichter mit Mutter und Schwester als bewährte und anerkannte Musikschaffende. Über ihre kostbaren Stradivari-Leihgaben wusste Ursula außer den Namen „King George“, „Gibson“ und „De Kermadec Bläss“ historisch Anekdotisches zu berichten. Ebenso anschaulich moderierte sie das Programm. Mit einer Uhrzeiger-Grafik „Im Kreis“ (Konzerttitel) verfolgten die Zuhörer, wie der schwer zugängliche moderne Karl-Heinz Stockhausen seine Komposition „Tierkreis“ chromatisch typisierend angeordnet hat. Dessen solistische Melodie-Skizzen fügten Ursula Sornthein (Viola), Yukito Ishibashi (Violine) und Christine Hu (Violoncello) thematisch wechselnd als Wassermann, Stier, Krebs, Jungfrau, Waage und Schütze zwischen sechs dreistimmige Sinfonien eines Quintenzirkels von Johann Sebastian Bach.

Dynamisch und technisch lebhaft kontrastierend zeigte das Trio, wie Bach und Stockhausen in ihrer ungewöhnlichen und besonderen Art etwas Wesentliches verbindet, „der Glaube an eine natürliche-übernatürliche Welteinheit“. Die anschließende „Mozart-Kostprobe“ des Fragments für Streicher KV 562e, vervollständigt von Franz Beyer, erneut eine Mischung von Alt und Neu, sollte Lust machen auf das größere Mozart-Werk nach der Pause.

Meinten Zuhörer anfangs, die Raumakustik ließe die Violine zu spitz klingen, faszinierte das Oreade-Trio mit dem „Divertimento Es-Dur KV 563“ durch dessen brillante Vielschichtigkeit. Selbst Musikkenner waren überrascht, welchen Einfallsreichtum Mozart hinter dem bescheidenen Titel verbirgt. Ursula Sornthein hatte angekündigt, darin geschehe mehr als „Unterhaltung“.

In sechs Sätzen kontrastieren Melodien und Variationen mit extrem sensibler Dynamik und spielerischen Tempiwechseln zum Glanz der Instrumente. Solistische Sicherheit und Klarheit erfreuten zwischen dem exakten Zusammenklang des Trios. Das erste Allegro wechselte zu einem langsamen Satz, der vom Cello vorgestellt wurde. Zwischen zwei beherzten Menuetten mit übermütigen Läufen und Einfällen entwickelte ein Andante aus einer einfachen Melodie beschleunigte Variationen.

Und im schnellen Abschluss bereicherten dynamische Abstufungen, überraschende Akzente und verzögerte Einsätze die explosiven Elemente der Komposition. Deshalb belohnte der explosive Beifall der zahlreichen Zuhörer die strahlenden Musikerinnen.