Düren: Evivo: Stefan Hübners Knie spielt endlich wieder mit

Düren: Evivo: Stefan Hübners Knie spielt endlich wieder mit

Er war schon als teurer Marketing-Gag abgetan worden, den sich der Volleyball-Bundesligist Evivo Düren jemals geleistet hat. „Der spielt doch sowieso nicht”, hieß es oft aus den Mündern kritischer Zeitgenossen. Die Rede ist von Stefan Hübner, dem Mann, den Evivo im Sommer verpflichtet hat.

Die Rückkehr des prominentesten deutschen Volleyballers in die Bundesliga war ein echter Paukenschlag. Aber seitdem blieb es ruhig um den Spieler Stefan Hübner.

Das lädierte Knie hat den 35-Jährigen gebremst. So sehr, dass Hübner seine Rückkehr auf das Spielfeld und damit das Debüt im Evivo-Trikot zwei Mal verschieben musste. Am Sonntag war es nach über sechs Monaten Aufbau-Arbeit so weit. „Hübi” hat gespielt und gleich geholfen. In den letzten beiden Sätzen des wichtigen 3:2-Sieges beim VC Gotha stand Hübner auf dem Spielfeld.

Noch nie musste der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft so lange auf ein Liga-Spiel hinarbeiten. „Ich empfinde unheimlich viel Freude, dass das jetzt endlich geklappt hat”, sagte Hübner nach dem Spiel. Das gute Gefühl im rechten Knie ist ein ungewohntes für den Mann, der zehn Jahren als Profi in Italien in die Bundesliga zurück gekommen war.

Die Probleme waren bekannt, im Herbst und Winter erreichten sie ihren Höhepunkt. Eine chronische Entzündung im Knie hatte dafür gesorgt, dass Hübners Debüt im Evivo-Trikot erst auf November, dann auf Januar und schließlich auf einen unbekannten Zeitpunkt verschoben werden musste. „Ich bin auch froh, dass diese Fragen jetzt alle nicht mehr kommen”, sagte der 35-Jährige. Unzählige Male hatte er Auskunft über den Zeitpunkt seiner Rückkehr geben müssen, ohne die Antwort selbst zu kennen.

Nur dass es irgendwann geschehen würde, daran hat Hübner nie gezweifelt. „Jetzt haben wir spät in der Saison noch einen Neuzugang”, sprach der Blocker über die Tatsache, dass er in den kommenden Tagen und Wochen mehr und mehr von der Trainer-Bank auf das Spielfeld wechseln wird. Bisher war Hübners Arbeit geteilt. Viel Rehabilitation, ein wenig Training mit der Mannschaft, ein wenig Arbeit als Co-Trainer. Jetzt verschieben sich die Prioritäten für den 227-fachen Nationalspieler. Hübner kehrt mehr und mehr auf das Spielfeld zurück.

Genau da brauchen Trainer Sven Anton und die Mannschaft den Routinier auch. Denn Routine fehlt Evivo. Das wurde in dieser Saison immer wieder klar. Düren stellte hinter dem Junioren-Projekt VC Olympia Berlin oftmals die jüngste Mannschaft der Liga. „Es macht einfach einen Unterschied, wenn du einen Stefan Hübner auf dem Feld hast”, sagte Trainer Sven Anton. „Die jungen Spieler können sich alle an ihm aufrichten. Genau das hat uns sehr oft gefehlt.”

Stefan Hübner soll Spielpraxis sammeln. Beispielsweise morgen. Dann ist der deutsche Serien-Meister VfB Friedrichshafen in der Arena Kreis Düren zu Gast. Für Evivo und Hübner ist das die perfekte Gelegenheit, um zu testen, was noch fehlt, um ganz oben anzugreifen. „Ich denke jetzt erst mal in kleinen Schritten. Der nächste ist das Reha-Training morgen früh”, sagt Stefan Hübner.

Mehr von Aachener Nachrichten