Hambacher Forst: Evangelisches Pfarrkolleg Düren unterstützt Protest

Hambacher Forst: Evangelisches Pfarrkolleg Düren unterstützt Protest

Das Pfarrkolleg der Evangelischen Gemeinde zu Düren nimmt Stellung zum aktuellen Geschehen im Hambacher Forst. Die Pfarrer der Evangelischen Gemeinde sind in den Hambacher Wald gegangen, um als Beobachter bei der Räumung deeskalierend zu wirken.

Ein Teil von ihnen hat sich spontan an einer Sitzblockade beteiligt. „Die Gründe liegen auf der Hand“, heißt es in einer Mitteilung. „Der Hambacher Wald liegt auf unserem Gemeindegebiet und Gemeindemitglieder in Buir, Manheim und Morschenich waren und sind von den Rodungsmaßnahmen und dem Fortschreiten des Braunkohletagebus als Anwohner betroffen.“

Die Gemeinde bemühe sich seit Ende der 80er Jahre, die Zerstörung durch die Tagebaue in der Region mit Gesprächen, Stellungnahmen und Protesten öffentlich zu machen und mit anderen Institutionen alternative Wege zu suchen. Das Pfarrkolleg erinnert an einen Gottesdienst mit Pfarrer Dieter Schmitten unter der Überschrift „Im Norden schreit die Erde“, der vor 30 Jahren von der RWE-Belegschaft gestürmt worden sei.

Die Evangelische Gemeinde schreibt: „Die Frage der Arbeitsplätze wurde damals und wird heute von uns sehr ernst genommen. Aber nachdem mehrere Energiesynoden verschiedener Kirchenkreise jahrelang vergeblich Gespräche angeboten und Aufrufe verfasst haben, wurde vom Konzern und von den Landesregierungen keine Kurskorrektur vorgenommen.

Stattdessen läuft immer noch das Braunkohlekraftwerk Weisweiler mit der schlechtesten Energieeffizienz in ganz Europa. Der einzige Grund, warum ein Kraftwerk weiter betrieben wird, das 70 Prozent der in der Kohle enthaltenen Energie vergeudet, ist erkennbar der Gewinn, den ein abgeschriebenes Kraftwerk für den Konzern erwirtschaftet, nicht der Nutzen für das Gemeinwohl.

Weder die Landespolitik noch RWE kann vor diesem Hintergrund glaubhaft behaupten, der Wald müsse für eine ausreichende Stromversorgung des Landes NRW weichen.“ Der Protest der Gemeinde solle alle friedlichen Waldbewohner in ihrem Anliegen unterstützen, „sich für eine Zukunft einzusetzen, in der unsere Mitwelt nicht für kurzfristige Gewinninteressen vernutzt wird.“

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