Nörvenich: Eurofighter nimmt nur langsam Fahrt auf

Nörvenich : Eurofighter nimmt nur langsam Fahrt auf

Viele Kisten und ein leerer „Dome” - so stellt sich derzeit das Millionenprojekt Umrüstung auf den Eurofighter beim Jagdbombergeschwader 31 Boelcke dar. Die Maschinen, die den betagten Tornado ablösen sollen, lassen auf sich warten.

War ursprünglich einmal geplant, den neuen Flugzeugtyp zum Anfang des Jahres einzuführen, so sollen die ersten vier Eurofighter nun Ende des Jahres in Nörvenich eintreffen. Für die Verzögerung sind laut Oberstleutnant Hartmut Beilmann vom Presseinformationszentrum der Luftwaffe unter anderem Probleme in der Produktion ursächlich. Die Industrie hinkt hinterher. „Der Zeitplan muss gestreckt werden”, gibt er zu. Zudem sei Nörvenich nicht der einzige Verband, der mit dem Eurofighter ausgestattet wird.

Auf die ersten vier Eurofighter in Nörvenich sollen ab 2010 in den nächsten vier Jahren weitere 20 Maschinen folgen. Bis 2018/ 2019 soll das Jagdbombergeschwader auf bis zu 35 Maschinen wachsen. Zurzeit befinden sich 18 Tornados auf dem Fliegerhorst in Nörvenich. Damit verbunden ist auch eine Ausweitung des Flugbetriebs. Edmund Widera, Presseoffizier in Nörvenich, gibt allerdings zu bedenken, dass der Flugbetrieb in den vergangenen Jahren bereits zurückgefahren wurde und nur auf das normale Ausmaß wieder angehoben wird.

„7000 bis 7500 Flugstunden sind für ein Geschwader wie das unsere normal. Dieses Jahr werden wir etwa 2200 Stunden fliegen, das ist für so ein Geschwader ziemlich gering.” Bis 2013 werde man wieder auf die volle Flugstundenzahl kommen, diese aber auch nicht überschreiten. „Wir werden nicht plötzlich 9000 oder 10.000 Stunden fliegen.”

Die Umrüstung bringt nicht nur ein hochmodernes Flugzeug mit sich, sondern Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe. Derzeit wird auf 2500 Quadratmetern ein hochmoderner Flugsimulator gebaut, der mit 30 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Das Gebäude hierfür, der „Dome”, steht bereits, der eigentliche Simulator befindet sich jedoch noch im Bau. Weitere 80 Millionen Euro werden in Baumaßnahmen auf dem Gelände des Fliegerhorsts fließen.

Es sollen neue Flugzeughallen und ein neues Verwaltungsgebäude entstehen. Der erste Spatenstich soll hierfür Mitte des Jahres erfolgen. „Hinter den Türen geht es mit Riesenschritten voran”, meint Major Edmund Widera.

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