Ein Europäer in seinem Element: EU-Wahlkampf mit Martin Schulz in Düren

Ein Europäer in seinem Element : EU-Wahlkampf mit Martin Schulz in Düren

Bei einem Besuch in Düren hat der frühere EU-Parlamentspräsident, SPD-Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz am Donnerstag den Dürener Daniel Walter im EU-Wahlkampf unterstützt.

Martin Schulz wirkt gelöst. Kein Vergleich mit der Anspannung bei seinem letzten Wahlkampfauftritt Ende August 2017 in Düren, einen Monat vor der Bundestagswahl, die für den früheren Bürgermeister von Würselen zum Wendepunkt seiner steilen politischen Karriere werden sollte. Aber er ist immer noch so kämpferisch wie früher – vier Wochen vor der Europawahl, die er als Richtungswahl bezeichnet, bei der sich entscheide, ob künftige Generationen weiter in einem friedlichen, demokratischen und sozial gerechten Europa leben können, das einer Politik der hemmungslosen Profitmaximierung auf Augenhöhe entgegen treten kann, wie sie die USA unter Donald Trump und China verfolgten.

Man spürt: Dieses Europa liegt dem früheren EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz immer noch am Herzen. Dafür wirbt er, dafür nimmt er sich gerne Zeit, dafür unterstützt er an diesem Donnerstagvormittag an der Seite seines langjährigen Spezies Dietmar Nietan den jungen SPD-Kandidaten Daniel Walter, auch wenn der weit hinten auf der Kandidatenliste der SPD zu finden ist.

Um dem Dürener nach Brüssel und Straßburg zu verhelfen, müssten die Genossen bundesweit schon utopische 68 Prozent der Stimmen bekommen. Aktuell liegt die einstige Volkspartei bei gerade einmal 16 bis 18 Prozent – immer noch mehr als die fünf Prozent, die ein junger Mann der Gruppe Sozialdemokraten im Vorbeigehen auf dem Kaiserplatz vorhersagt. Schulz kontert prompt: „Wenn gute Sprüche Glückssache sind, dann hast Du eine Pechsträhne“, ruft er dem Mann hinterher.

Eine kurze Rede mit Attacken gegen die nationalistische AfD und die CDU, deren Schwesterparteien in Europa mit Rechtspopulisten paktierten, und eine kleine Stärkung am Foodtruck der SPD und schon zieht’s „Mister Europa“, wie Daniel Walter Martin Schulz begrüßt, auf den Wochenmarkt. Auch wenn der frühere Hoffnungsträger, Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat mittlerweile nur noch Hinterbänkler im Deutschen Bundestag ist und kaum mehr im medialen Rampenlicht steht, wird der 63-Jährige immer wieder auf Anhieb erkannt. Schulz geht auf die Menschen zu, spricht sie an, zeigt Interesse – auch am Spargelpreis – nimmt sich Zeit für das eine oder andere Handyfoto und verteilt mit Daniel Walter eifrig rote Rosen, die im SPD-Wahlkampf einfach nicht fehlen dürfen.

„Ich habe dir immer gesagt, dass sich Düren im Schatten von Würselen prächtig entwickelt. Aber euer Wochenmarkt ist einfach außergewöhnlich“, ruft Martin Schulz noch seinem Freund Dietmar Nietan zu, bevor er sich zum nächsten Termin aufmacht.

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