EU-Kandidaten im Haus der Evangelischen Gemeinde Düren

Hitzige Diskussionen : „Europa – du hast die Wahl“

„Europa – Du hast die Wahl“ hieß es bei der Diskussion mit EU-Kandidaten in Düren im Haus der Evangelischen Gemeinde. Vor gut 150 Zuhöreren im voll besetzten Saal positionierten sich die Kandidaten der CDU, SPD, FDP, Linken und Grünen und stellten sich den Fragen des Publikums.

Die Moderation hatten Pfarrer Dr. Dirk Siedler und Lena Wagner, als Vertreterin der Bezirks-Schülervertretungen Düren und Aachen. Die Gruppierungen hatten den Abend gemeinsam mit dem Forum Politik Düren organisiert, in dem sich der Katholikenrat Düren, die Evangelische Gemeinde zu Düren, Paritätische Wohlfahrtspflege, der DGB, BUND, das Katholische Forum Düren sowie der Kirchenkreis Jülich zusammengeschlossen haben.

Murat Yilmaz, (Linke), Arndt Kohn (SPD), Daniel Freund (Bündnis90/Grüne), Sabine Verheyen (CDU) und Patrick L. Schunn (FDP) erläuterten in drei Themenkomplexen jeweils zunächst ihre Positionen, ehe zehn Minuten lang gefragt wurde. Im Komplex „Zusammenwachsen der EU“ waren sich die Kandidaten einig, dass bei Themen wie Terrorbekämpfung und Kindesmissbrauch eine engere Zusammenarbeit der Länder erforderlich wird. Beim Thema Koalition mit Ländern wie Ungarn und Rumänien machten sich Konservative und Sozialisten gegenseitig Vorwürfe.

Die heftigsten Diskussionen gab es im Bereich der Themen zu Umwelt und Mitwelt. In der Diskussion zu CO2-Steuer und den Forderungen der Gruppe „Fridays for Future“ standen die Forderungen von Grünen und Linken nach kompromisslosen Lösungen der Haltung der anderen drei Parteien nach ausgewogenem Handeln gegenüber. Heftig wurde auch darüber diskutiert, wie die Landwirtschaftspolitik in Zukunft aussehen müsse. Zu den Problemen der EU gehört es auch, dass viele wichtige Entscheidungen einstimmig gefasst werden müssen. Hier plädierten alle Vertreter für eine sinnvolle Änderung hin zu Zwei-Drittel- oder Drei-Viertel-Entscheiden.

Die angeregte Diskussion führte übrigens dazu, dass der vierte geplante Themenkomplex „Zukunft der EU“ gestrichen wurde, was man sicher nicht als Omen werten darf. Interessanter war eine Erhebung der Schüler, die vor und nach der Veranstaltung anonym die Wahlpräferenzen der Zuhörer abfragten. Dabei zeigte sich, dass bei der Mehrheit des kompletten Publikums nur minimale Änderungen auftraten.

(kel)
Mehr von Aachener Nachrichten