Heimbach: Es gibt erste Interessenten für das Kloster Mariawald

Heimbach: Es gibt erste Interessenten für das Kloster Mariawald

Das Ziel ist klar: Der Förderverein der Abtei Mariawald will alles daran setzen, die Schließung des Klosters in Heimbach so lange wie möglich herauszuzögern. In der vergangenen Woche hatte der Päpstliche Kommissar, Abt Bernardus Peeters, offiziell das Aus von Deutschlands einzigem Trappistenkloster bekanntgegeben.

Jetzt hat sich der Förderverein der Abtei um seinen Vorsitzenden, den Gemünder Notar Wilhelm Scheuvens, positioniert. Klosterkirche, Geschäfte und Gaststätte sollen so lange es geht geöffnet bleiben, den Mönchen soll die Auflösung der Abtei so erträglich wie möglich gemacht werden.

Der Verein, der offiziell „Trappistenkonvent Mariawald“ heißt, ist Eigentümer der Immobilien bei Heimbach und Betreiber der Klosterbetriebe, also der Gaststätte, der Likörfabrik sowie der Kunst- und Buchhandlung.
Zunächst sei im Kloster überlegt worden, sich mit juristischen Mitteln gegen die Schließung zur Wehr zu setzen, allerdings dürften die Erfolgsaussichten einer juristischen Auseinandersetzung sehr gering sein, erklärte am Dienstag Wilhelm Scheuvens. „Der Vorstand des Fördervereins geht davon aus, dass die Mönche den Auflösungsbeschluss, der in Rom von der ‚Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens‘ gefasst worden ist, in Demut und Gehorsam annehmen werden, obwohl die meisten lieber in Mariawald bleiben wollen.“

„Alle ziehen an einem Strang“

Offiziell kümmert sich Abt Bernardus Peeters von der Abtei Koningshoeven aus dem niederländischen Tilburg um die Abwicklung des Klosters. Gleichwohl wollen alle Verantwortlichen rund um die Abtei nach einer einvernehmlichen Lösung suchen. „Alle ziehen an einem Strang“, sagt Wilhelm Scheuvens. „Wir wissen, dass auch Abt Bernardus unseren Überlegungen aufgeschlossen gegenübersteht. Er hat gegenüber der Kurie in Rom die Interessen von Mariawald vertreten.“ Wichtig sei, Mariawald als „geistlichen Mittelpunkt“ zu erhalten.

Außerdem sollen die Klosterbetriebe weiterhin offen und die 30 Mitarbeiter unbedingt weiter beschäftigt bleiben. Scheuvens: „Die Wirtschaftsbetriebe der Abtei Mariawald machen einen Jahresumsatz von mehr als einer Million Euro. Die Abtei steht als ein florierendes und auch schuldenfreies Unternehmen da. Nur deswegen konnte in den vergangenen Jahren viel Geld in den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude investiert werden.“ Dafür, ergänzt der Notar, habe es in den vergangenen Jahren weder öffentliche Zuschüsse noch Zuwendungen des Bistums oder Finanzhilfen des Ordens gegeben.

Scheuvens: „Nach der Nachricht, dass Mariawald geschlossen wird, haben sich Interessenten für die Gebäude bei uns gemeldet — auch solche, mit denen wir sicherlich gut leben könnten.“ Am liebsten wäre den Mitgliedern des Fördervereins, ein anderer Orden würde Mariawald übernehmen. Scheuvens: „Ich halte so eine Lösung für nicht unwahrscheinlich. Sie würde auch bedeuten, dass Mariawald als Anlaufstelle für Pilger, Wanderer und Besucher des Nationalparks Eifel Bestand hätte. Nach außen würde sich dann kaum etwas ändern.“

Bis zu 50 Besuche pro Saison

Mariawald gilt als „touristischer Magnet“ für die gesamte Region, das hat sich zuletzt am Wochenende, dem ersten nach Bekanntgabe der Schließung, wieder deutlich gezeigt. Viele Ausflügler waren am Sonntagmittag noch einmal nach Mariawald gekommen — Gaststätte und Parkplatz waren voll besetzt. „Dass heute so viele Menschen nach Mariawald gekommen sind, ist ein stiller Protest“, sagte eine Besucherin am Sonntag. „Für uns war die Abtei als Ziel immer sehr beliebt“, ergänzt ein Motorradfahrer.

„Von der Schließung halte ich überhaupt nichts“, sagte Jens Pütz, der mit den „Bikerfreunden Rheinland“ in die Eifel gekommen war. „Wir sind in der Motorradsaison bis zu 50 Mal nach Mariawald gefahren. Hoffentlich gelingt es, das Kloster zu erhalten.“