Düren: Erweiterte Wasserskianlage feiert Eröffnung am Dürener Badesee

Düren : Erweiterte Wasserskianlage feiert Eröffnung am Dürener Badesee

Das sonst so ruhig dahintreibende Wasser des Badesees wird plötzlich aufgewirbelt, als sich Daniel Parma ins Seil legt, eine Kurve fährt und so pfeilschnell mit seinem Wakeboard abhebt, dass er sich einmal rückwärts in der Luft dreht — und sicher landet.

Was der 34-Jährige für diese Zeitung vorab im Testbetrieb gezeigt hat, kann — wer sich traut — ab Freitag jeder probieren. Mit mehreren Wochen Verspätung öffnet die neue Wasserski- und Wakeboardanlage am Dürener Badesee. In der Region ist sie die einzige neben der in Wassenberg (Kreis Heinsberg). In NRW gibt es 15, im Umkreis von 70 Kilometern fünf weitere. „Die Anlage ist ideal für Anfänger, weil sie keine 90-Grad-Kurven hat, wie es auf anderen der Fall ist“, erklärt der Dürener, „und für Fortgeschrittene gibt es genug schöne Hindernisse.“

Sechs 10,50 Meter hohe Masten bilden die erweiterte Anlage, deren Vorgängerin 2014 mit zwei Masten den Betrieb aufgenommen hat. Ab jetzt können zehn Mal so viele Wassersportler gleichzeitig an den Start gehen — nämlich zehn anstatt einem. Eine Fahrt auf der 750 Meter langen Strecke dauert etwa 90 Sekunden. Die Seile werden mit bis zu 45 Kilometern pro Stunde gezogen, je nach Fahrstil können die Sportler dann auf bis auf Tempo 55 beschleunigen, erklärt Pächter Tim Hendrics. „Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt bei 28 bis 30 Kilometern pro Stunde, Einsteiger können mit 20 beginnen“, sagt Hendrics.

Der 39-jährige gebürtige Flensburger hat seit 2014 für den Dürener Service Betrieb auf der Anlage gearbeitet, jetzt ist er ihr Pächter. Rund 900.000 Euro hat der Umbau gekostet, die je zur Hälfte DSB und Pächter tragen. Der Umbau war schon beim Start 2014 das Ziel, erzählt Hendrics. Der Außenbereich wurde ebenfalls umgestaltet: Es gibt einen Shop für das nötige Sportmaterial, Umkleiden, Duschen und Toiletten, und im kommenden Jahr soll eine kleine Gastronomie hinzukommen. Neben dem großen Parcours steht weiterhin eine 150 Meter lange Bahn für Anfänger, um individuell zu üben.

„Wir legen immer noch großen Wert auf die Betreuung. Wir überlegen auch, dass wir für talentierte Fahrer Camps anbieten, um Tricks zu lernen oder sich generell zu verbessern“, betont der ehemalige Sportstudent Hendrics, der seit elf Jahren in Düren lebt.

Eigentlich sollte die erweiterte Anlage bereits Anfang Juli eröffnen, doch mehrere Schwierigkeiten haben den Plan stetig nach hinten verschoben. „Es ist eigentlich alles schiefgegangen, was hätte schiefgehen können“, sagt Hendrics. Nachdem der Genehmigungsprozess länger als erwartet gedauert hatte, begann auch die Montage viel später, und beim Aufbau der Masten habe es immer und immer wieder Probleme im Untergrund gegeben, so dass sie regelmäßig abgesunken seien. „Der See hat uns nichts geschenkt“, betont Hendrics.

Der Aufbau einer solchen Anlage dauert laut Hendrics zwischen 25 und 50 Tage — am Freitag ist Tag 50 erreicht.