Vettweiß-Kelz: Erstes Kinderprinzenpaar regiert Kelzer Karneval

Vettweiß-Kelz: Erstes Kinderprinzenpaar regiert Kelzer Karneval

„Es ist cool Karnevelsprinzessin zu sein, weil man dann abends länger aufbleiben kann. Wir haben ja schließlich Auftritte.“ Lucie Bödefeld aus dem Vettweißer Ortsteil Kelz ist neun Jahre alt. Gemeinsam mit dem zehnjährigen Moritz Thomas bildet sie das erste Kinderprinzenpaar, das es in Kelz gibt.

54 Jahre ist die Karnevalsgesellschaft des Ortes „Fidele Jonge“ mittlerweile alt. Es gab auch schon einmal einen erwachsenen Karnevalsprinzen, aber noch niemals Kindertollitäten. Die Kelzer Karnevalsgesellschaft wollte etwas mehr für Kinder und Jugendliche tun, so ist die Idee zu dem Kinderprinzenpaar gekommen. „Als meine Mutter mich gefragt hat, ob ich Kinderprinz werden will“, erzählt Moritz, „habe ich eine Woche überlegt. Schließlich habe ich noch andere Hobbys. Ich spiele Euphonium und Fußball.“ Lucie Bödefeld dagegen musste nicht lange überlegen, ob die Prinzessin im Kinderprinzenpaar sein wollte: „Ich habe sofort Ja gesagt. Ich bin auch sonst im Karneval aktiv und tanze in der Garde.“

Lucie und Thomas haben ein blau-goldenes Kostüm und ein Prinzenmotto haben sie natürlich auch: „Karneval im Blut, die Sonne im Herz“, heißt die Devise der beiden Kinder. Moritz erzählt: „Wir haben bis Aschermittwoch jedes Wochenende zwei bis vier Auftritte. Lucie tanzt noch bei der Garde mit, danach halten wir unsere Rede.“ Fünf Auftritte, ergänzt Lucie, hätten sie schon gehabt. „Und ich muss sagen, dass es total viel Spaß macht, auf der Bühne zu stehen.“ Moritz erzählt, dass zu seinem Kostüm eine lange Hose gehört und nicht etwa eine Pumphose. „Die hätte ich nicht angezogen.“

Vorfreude auf den Karnevalszug

Am meisten freuen sich die beiden Kinder auf den großen Kelzer Karnevalszug am Orchideensonntag. „Da stehen bestimmt ganz schön viele Leute an der Straße“, sagt Lucie. „Und jubeln, wenn wir vorbeikommen. Wir haben sogar einen eigenen Wagen. Das wird toll.“

Übrigens haben Moritz und Lucie auch elf Gebote für ihre jecke Zeit in Kelz aufgestellt. Die haben die ihrem „närrischen Volk“ bei der Inthronisation im November präsentiert. Zum Beispiel steht da drin „Mamas, Paps, Omas, Opas und die ganzen Familien dürfen während der gesamten Session nicht streiten, sondern müssen immer lachen und fröhlich sein.“ Oder: „Es ist allen Erwachsenen verboten, sich am Karnevalszug vor die Kinder zu stellen.“ Wegen Gebot Nummer drei haben die Prinz und Prinzessin sogar schon mit dem Kelzer Ortsvorsteher Karl Wirtz gesprochen. „Wir wünschen uns“, sagt Moritz, „dass auf allen Kelzer Spielplätzen und im Kindergarten die Spielgeräte funktionieren und nicht vergammeln.“ Sie hätten, so Moritz, Herrn Wirtz von ihrem Wunsch erzähl. „Der hat aber nur gelacht“, berichtet Lucie. „Da müssen wir nach Karneval noch einmal nachgucken, ob das auch wirklich funktioniert.“

Jetzt wird aber erst einmal richtig gefeiert. „Meine Freunde aus der Grundschule“, erzählt Lucie, „finden es toll, dass ich Kinderprinzessin hier in Kelz bin. Die sind total begeistert.“ Und dann fällt der Schülerin gleich noch ein Grund ein, warum es absolut toll ist, Karnevalsprinzessin zu sein. „Wir haben einen zusätzlichen Tag schulfrei. An Weiberfastnacht sind wir vom Unterricht befreit, weil wir dann so viele Termine absolvieren müssen, dass für die Schule nun wirklich keine Zeit mehr bleibt.“

(kin)
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