Heimbach: Erinnerung an Heimbachs schrecklichste Jahre

Heimbach: Erinnerung an Heimbachs schrecklichste Jahre

„Erinnerungen“ lautet der Titel eines außergewöhnlichen Buches, das der Geschichtsverein der Stadt Heimbach kürzlich veröffentlicht hat. Randvoll mit schrecklichen Erinnerungen an die Zeit von 1939 bis 1945 in Heimbach ist das Buch in der Tat. Fotos aus jenen Tagen, Briefe, Dokumente und viele alte Totenzettel mit teilweise erschreckend kriegsverherrlichenden Texten sind in dem Buch enthalten. Dazu die aufschlussreiche Chronik von Pfarrer Franz Naß.

Peter Cremer, Karl Mebold und Theo Kleinschmidt wollen mit dem Werk „das Vergessen verhindern“. Das gelingt. Wer das 225-Seiten-Werk liest, der kann ermessen, welchen lebensgefährlichen Attacken die Bevölkerung damals ausgesetzt war. Die Grausamkeiten, die die Deutschen den Menschen im Ausland antaten, zahlten ihnen die Alliierten zeitweise mit gleicher Münze heim.

. . . haben sie die Kraft zum Wiederaufbau gefunden. Jetzt gilt es, das Vergessen zu verhindern.

Über 20 Gespräche wurden geführt mit Heimbachern, die damals noch Kinder oder Jugendliche waren und die noch heute die Ereignisse nicht vergessen können und davon berichten. Sie erzählen, wie man sich in Kellern versteckte, wie die Bomben fielen, wie man dem Transport nach Thüringen entkam. Und wie man gleich am ersten Tag, als dies erlaubt wurde, den Fußweg in die zerstörte Stadt Heimbach antrat. Entstanden ist ein Geschichtsbuch mit Schilderungen sehr persönlicher Erlebnissen, mit subjektiven Einschätzungen. Ganz unverfälscht seien die Angaben übernommen worden, so teilen die Autoren mit . Sie haben nichts verändert, bereinigt oder berichtigt. Die Berichte vom Leben in Kellern, Stollen, Bunkern, Schulen und mit vielen Personen in wenigen Zimmern wirken authentisch.

Ein Niederländer musste in Heimbach als Zwangsarbeiter leben. Auch sein Bericht ist in dem Buch enthalten. Die meisten Zwangsarbeiter kamen übrigens aus Polen, Russland und der Ukraine. Es waren auch viele Frauen darunter. Das Buch enthält außerdem Berichte von Menschen, die aus Schlesien nach Heimbach flüchteten, wo sie bis heute noch leben.

Besonders, was damals auf den Totenzetteln stand, hat mit realistischer Einschätzung der Lage nichts zu tun. Absurd, wenn der dritte Sohn einer Familie im Krieg fällt, und euphorisch vom „Heldentod fürs Vaterland“ die Rede ist. Das Buch, erschienen im Selbstverlag, kostet 15 Euro. Es ist über Peter Cremer, Telefon02446/3177, und Theo Kleinschmidt, Telefon 02446/3155 zu haben.

(mv)
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