Heimbach: Erinnerung an die Zeit, als Heimbach NS-„Musterdorf” werden sollte

Heimbach: Erinnerung an die Zeit, als Heimbach NS-„Musterdorf” werden sollte

Überall in Deutschland und auch in der Eifel wurden am 9. November 1938 jüdische Synagogen angezündet, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger verfolgt und ermordet, jüdische Geschäfts- und Wohnhäuser geplündert und beschädigt.

Den Jahrestag dieser Reichspogromnacht nehmen das Netzwerk „Kirche im Nationalpark”, die Stadt Heimbach, der Geschichtsverein Heimbach sowie die katholische und die evangelische Kirchengemeinde Heimbach zum Anlass, an die Ereignis in der NS-Zeit in Heimbach zu erinnern.

Es geht dabei um das jüdische Leben in Heimbach, um die ukrainischen Zwangsarbeiter im Sägewerk, um die Rolle der Kirche sowie das nationalsozialistische Menschenbild und die damaligen Umbaupläne für Heimbach.

Die Erinnerung an diese Zeit wird begangen am Sonntag, 8. November, mit einem Weg durch Heimbach. Start ist um 17 Uhr an der evangelischen Kirche in der Hasenfelder Straße.

Der Weg führt von dort durch die Stadt bis zur katholischen Kirche, in der gegen 18 Uhr die Abschlussandacht stattfindet.

Die Stationen sind: Evangelische Kirche mit Begrüßung durch Pfarrer Ude vom Netzwerk Kirche im Nationalpark und von Bürgermeister Bert Züll. Weiter geht es zum Sägewerk. Dort wird an die ukrainischen Zwangsarbeiter und den Bombenangriff, bei dem viele Zwangsarbeiter starben, erinnert.

Weiter geht es zur Teichstraße. Ein Vertreter des Geschichtsvereins erinnert an die Familie Nathan und an jüdisches Leben in der Stadt Heimbach.

Nächster Haltepunkt ist der Rosengarten der Burg Hengebach. Dort geht es um eine Gegenüberstellung des Menschenbildes des Nationalsozialismus, ausgedrückt in Vogelsang, und um das dargestellte Menschenbild. Erinnert wird von Karl Mebold an die Pläne zur Umgestaltung Heimbachs in ein NS-„Musterdorf”.

Die nächste Station ist die Katholische Kirche. Man nimmt die Pietà zum Anlass, an die Vorwürfe der Kirche gegenüber den Juden zu erinnern. Um die Geschichte der Wallfahrt und der Pfarrgemeinde 33-45 geht es mit Pfarrer Hans Doncks und Georg Toporowsky.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, den „Weg gegen das Vergessen” in Heimbach mitzugehen. Weitere Infos und Kontakt: Pastoralreferent Georg Toporowsky (02444/9157927) oder bei der Stadt Heimbach, Peter Cremer, 02446/80831.