Ellen: Erdwall mit Kleintiertunnel ersetzt die alte Brücke am Tagebaurand

Ellen : Erdwall mit Kleintiertunnel ersetzt die alte Brücke am Tagebaurand

Es ist ruhig in diesen Tagen auf der Tagebaurandstraße bei Ellen. Die L264, die normalweise täglich mehr als 6000 Verkehrsteilnehmer (darunter knapp 400 Lkw) auch als willkommene Verbindung zwischen A4 und A44 nutzen, ist gesperrt. Nur das Motorengeräusch einiger Bagger und anderer Baufahrzeuge unterbricht die Stille.

Die in die Jahre gekommene Asphaltdecke muss erneuert werden, vor allem aber nutzt der Landesbetrieb Straßen.NRW die Sommerferien, um die Brücke über die alte und längst renaturierte A4 durch einen Erdwall zu ersetzen.

Die Brücke über die alte A4 bei Ellen wurde nicht mehr benötigt. Die Tagebaurandstraße führt dort künftig über einen Erdwall mit zwei Kleintiertunnel (kl. Bild). Foto: Abels

Die Arbeiten liegen im Zeitplan, erklärt Franz-Josef Nievelstein, der die rund zwei Millionen Euro teure Baumaßnahme aufseiten von Straßen.NRW überwacht. Wie geplant soll die Landstraße rechtzeitig zum Ende der Sommerferien, wenn wieder Schulbusse zwischen Niederzier und Merzenich pendeln sollen und der Verkehr insgesamt deutlich zunehmen wird, freigegeben werden.

Die alte Stahlbetonbrücke wurde bereits im Juli abgerissen. 500 Kubikmeter Stahlbeton mussten abtransportiert werden, um Platz zu machen für einen Erdwall, der am Fuß 33 Meter breit, gut sieben Meter hoch und in der Krone elf Meter breit wird. Dafür mussten rund 4500 Kubikmeter Erdreich antransportiert, aufgeschüttet und verdichtet werden, erklärt Nievelstein.

Kleine Besonderheit: Damit auf der ehemaligen Autobahntrasse und in ihrem Umfeld lebende Kleintiere wie bisher die Landstraße kreuzen können, wurden zwei 1,90 mal 1,90 Meter große und ebenfalls 33 Meter lange Kleintierschleusen aus Betonfertigelementen in den Erdwall integriert.

„Die Arbeiten am Erdwall sind fast abgeschlossen. In der kommenden Woche wollen wir den Fahrbahnunterbau herstellen“, kündigt Nievelstein an. Anschließend wird der komplette Straßenabschnitt der Tagebaurandstraße vom Abzweig L12 zwischen Niederzier und Hambach bis zum Abzweig der L257 Richtung Alt-Morschenich asphaltiert: 6,5 Kilometer Landstraße mit einer Fläche von 54.000 Quadratmetern.

Im Zuge der Straßenerneuerung wird auch der Radweg aus Richtung Merzenich kommende entlang der Tagebaurandstraße über den neuen Erdwall verlängert. Geschlossen allerdings wird die bisherige Lücke nicht. Radfahrer müssen auch in Zukunft die L264 zweimal queren und ein Stück des Weges am Ellener Ortsrand vorbei zurücklegen. Zudem wird die begrünte Lärmschutzwand noch einmal um gut 55 Meter in Richtung ehemaliger Autobahntrasse verlängert.

Leitplanken und Absturzsicherung

„Stand heute bin ich sehr zuversichtlich, dass wir die Straße wie geplant bis zum 28. August fertigstellen werden, vielleicht auch ein paar Tage früher“, kündigt der Bauüberwacher von Straßen.NRW an. Komplett abgeschlossen wird die Baumaßnahme dann allerdings noch nicht sein. „Kleinere Nebenarbeiten stehen auch danach noch an“, betont Nievelstein, „dann aber nur noch mit temporären Einschränkungen für den Verkehr“.

Dazu zählen unter anderem der Einbau von Leitplanken entlang der Straße und einer Absturzsicherung für Radfahrer auf dem Erdwall. Eine Stahl-Holz-Konstruktion soll verhindern, dass Radfahrer mehrere Meter in die Tiefe stürzen können. Und neben der Begrünung des Erdwalls stehen auch noch weitere Ausgleichsmaßnahmen an, erklärt Nievelstein.

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