Düren: Enten-Füttern: Nicht schlimm sind ein paar Stückchen Brot

Düren : Enten-Füttern: Nicht schlimm sind ein paar Stückchen Brot

„Da, guck mal. Die kommen näher“, die Kinder freuen sich und werfen ganz aufgeregt den sich nähernden Enten Brotstückchen zu. Schön, dass die sich so für ihre Umwelt interessieren. Und Enten-Füttern ist doch eine gute Sache, oder?

Achim Schumacher vom Naturschutzbund (NABU) sieht das mit gemischten Gefühlen: „Natürlich ist es begrüßenswert, wenn Kindern das Wohl der Tiere am Herzen liegt.“ Oft kämen sie mit Opa und Oma und altem Brot zum Enten-Füttern an den Burgauer Weiher, den Teich im Holzbendenpark oder zu anderen stehenden Gewässern. Ein paar Stückchen nicht verschimmelten Brotes seien natürlich nicht schlimm, so der Naturschützer.

Aber die Menge macht es und viele Leute werfen auch angeschimmeltes Brot ins Wasser: „Warum füttern die den Tieren etwas, das sie selbst nicht mehr essen würden?“

Gar kein Verständnis mehr hat Schumacher, wenn Knochen mit Fleischresten ins Wasser geschmissen werden. Denn die Folgen sind fatal. „Immer mehr Gewässer kippen um“, beschreibt Schumacher einen traurigen Trend.

Dann verschlammt das Wasser und fängt an zu stinken. Hinzu kommt, dass die Essensreste Ratten anziehen. In der Regel hätten die Tiere genug Futter, erklärt Schumacher: „Wenn es zu wenig wird, dann suchen sie sich einen anderen Platz.“

„Füttern verboten“, steht sowohl am Burgauer Weiher am Schloss in Niederau, als auch am Ententeich im Dürener Holzbendenpark auf einem Schild zu lesen. Allerdings nur auf deutsch. Schumacher empfiehlt, zumindest eine englische und türkische Übersetzung anzubringen und die Leute einfach anzusprechen. Das machen er und seine Mitstreiter von NABU auch.

„Im heimischen Weiher tummeln sich oft Tiere, die dort nicht hingehören“, sagt der Experte. „Dazu gehören ausgesetzte Hausenten und immer wieder Schildkröten.“

Und was ist mit den Kindern, die so gerne die Enten füttern? Mit bloßen Verboten würde man deren Liebe zu den Tieren zerstören, befürchtet das Mitglied des Naturschutzbundes. Aber durch anschauliche Beispiele könne man das Verständnis und Interesse der Jungen und Mädchen stärken. Er selbst ist oft mit Kindergruppen unterwegs.