Elfjährige Windenerin fährt zur Ballett-Weltmeisterschaft

Nachwuchstänzerin : Yara Junggeburth aus Winden fährt zur Ballett-WM nach Polen

Sie ist elf Jahre alt und tanzt, seit dem sie zweeinhalb ist. Ende des Monats tritt Yara Junggeburth aus dem Kreuzauer Ortsteil Winden bei der Ballett-Weltmeisterschaft in Polen an.

Der Name der Musik, die Yara Junggeburth aus Winden sich ausgesucht hat, ist schon einmal vielversprechend. „Le Talisman“ heißt das berühmte Musikstück von Riccardo Drigo, zu dem sie am Freitag, 30. November, in Rawa Mazowiecka in der Nähe der polnischen Hauptstadt Warschau tanzen wird. Und einen Talismann, also einen Glücksbringer, kann Yara bestimmt gut gebrauchen. Bei den Deutschen Meisterschaften des Tanzsportverbandes TAF mit weit mehr als 6000 Mitgliedern Mitte Oktober in Halle an der Saale hat die elfjährige Gymnasiastin überraschend den vierten Platz belegt und sich damit für die WM qualifiziert.

Yara tanzt seit achteinhalb Jahren – Ballett, Showdance, auch als Funkemariechen im Karneval ist sie einige Zeit unterwegs gewesen. „Tanzen ist immer mehr zu meinem Hobby geworden“, erzählt die Schülerin des Dürener Burgau-Gymnasiums. „Und irgendwann habe ich mich dann für Showdance und Ballett entschieden.“ Ihre Liebe zum Ballett hat Yara erst vor kurzem entdeckt, vor anderthalb Jahren hat sie den Wunsch geäußert, ein Ballett-Solo einzustudieren und damit an Wettbewerben teilzunehmen. „Das hat sich wirklich aus Yara selbst heraus entwickelt“, sagt Ballettlehrerin Brigitte Pahlke, die das Mädchen gemeinsam mit Valentina Awilotschew und Eva Pahlke ausbildet.

„Und es ist sehr schnell klar geworden, dass Yara großes Talent hat.“ Aber nicht nur das. Neben dem Talent sind es vor allem Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin, die die Elfjährige auszeichnen.Yara trainiert mindestens dreimal in der Woche, ihr Haupttrainingstag ist samstags, wenn sie von 9 bis 13.30 Uhr an der Ballettstange steht. „Natürlich wäre es auch manchmal schön, samstags lange zu schlafen“, sagt Yara. „Und manchmal kostet es auch ein bisschen Überwindung, zum Training zu fahren. Aber wenn dann einmal da bin, habe ich einfach nur noch Spaß.“

Yara in ihrem Wettkampf-Outfit, einem hellblauen Tütü. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften sollte eigentlich nur ein erster Versuch sein, auch „ballettmäßig an Wettkämpfen teilzunehmen“. Yara Junggeburth: „Ich hatte in Halle in meiner Altersklasse zwölf Konkurrentinnen, die aller super getanzt haben. Dass ich mich für das Finale qualifiziert habe. war schon toll, der vierte Platz absoluter Wahnsinn.“ Trotzdem hat es noch 14 Tage gedauert, bis feststand, dass Yara sich für die WM qualifiziert hat. „Die Ergebnisse werden in einem ziemlich komplizierten Punktesystem zusammengefasst“, sagt Yaras Mutter Melanie Junggeburth. „Und es hat gedauert, bis das ausgerechnet war.“ Die Entscheidung, an der WM auch wirklich teilzunehmen, ist schnell gefallen. Melanie Junggeburth: „Natürlich ist eine Reise nach Polen teuer, aber es war von Anfang klar, dass ich das Yara auf jeden Fall ermöglichen möchte.“

Training intensiviert

Klar, dass Yara in Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft ihr Trainingspensum noch einmal intensiviert und an der anspruchsvollen Choreografie gefeilt hat. „Es ist nicht das größte Problem, dass ich mir die Schritte merke“, erzählt Yara. „Viel schwieriger ist, dass man beim Ballett auf so viele unterschiedliche Dinge achten muss.“ Körperspannung, Fußposition, Armbewegungen – Yara ist es wichtig, dass die Details stimmen. „Die Juroren bewerten auch Kleinigkeiten“; sagt sie. „Daran muss ich denken.“

Die Konkurrenz in Polen ist groß. 24 Mädchen treten in der Altersklasse von Yara Junggeburth an. Es gibt außer ihr eine weitere Teilnehmerin aus Deutschland und Tänzerinnen aus Weißrussland, Kanada, Italien, Südkorea, Mexiko, Polen, Russland und Südafrika. „Ich bin auf die anderen Mädchen sehr gespannt“, sagt Yara, deren Lieblingsfächer in der Schule Deutsch, Französisch und Sport sind. „Aber weil ich wirklich niemals mit einer WM-Qualifikation gerechnet habe und auch überhaupt nicht weiß, was mich erwartet, ist mein wichtigstes Ziel erst einmal, nicht den letzten Platz zu belegen.“

An Wettkampftagen hat Yara feste Rituale, vor allem das Aufwärmen ist wichtig. „Das kann ich aber überall“, sagt sie und lacht. „Manchmal hänge ich irgendwo in einem Treppenhaus und mache Dehnübungen. Das funktioniert.“ Natürlich kennt Lampenfieber, andererseits hat sie schon sehr oft an Tanzwettbewerben und Schwimmwettkämpfen – Schwimmen ist ihr zweites

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