Langerwehe: Elf geistig behinderte Menschen musizieren zum 21. Mal im Töpfereimuseum

Langerwehe : Elf geistig behinderte Menschen musizieren zum 21. Mal im Töpfereimuseum

Wie wird ein „Kleines Herbstkonzert“ neben den professionellen Ereignissen ringsum zu einem herzerfüllenden Erlebnis? Man frage die saalfüllende Zuhörerschar im Töpfereimuseum Langerwehe, die mit viel Sympathie zum 21. Konzert des „Vereins zur musikalischen Förderung geistig behinderter Menschen“ gekommen war.

Was war so ansteckend und wäre am meisten zu loben bei der Überwindung elementarer Schwierigkeiten? Die Freude der Musikanten an ihrem Spiel, manchmal noch bescheiden und zaghaft, immer konzentriert und aufmerksam nach fleißigem Üben, schon selbstbewusst und munter dem Publikum zuwinkend, mit stolzer Verbeugung nach verdientem Beifall strahlend.

All dies begleitete die Empathie der Gäste bei den wechselhaft vorgetragenen kleinen Stücken, gemeinsam, solistisch und mit dialogischen Passagen, stets sorgfältig und sensibel begleitet und geführt von Sandra Kinkel am Klavier oder auf ihrem Akkordeon.

Gespannt atmeten die Zuhörer bei den mutigen ersten Flötentönen genau so mitfühlend wie bei flüssig auswendig gespielten Melodien. Man hörte sechs Flöten mit barocken, klassischen und Volkslied-Melodien, ein Akkordeon mit Spezialkompositionen, die Gitarre mit „Yesterday“ und „My Way“ und vielerlei Percussion mit Trommeln, Tamburin und Schellen. Manches Instrument konnte dank der Spenden aus dem Konzert 2016 angeschafft werden.

Sympathieträger im Halbkreis auf der Bühne waren Udo Kinkel (Tenorflöte), Helga Gräfrath (Akkordeon), die Flötenreihe Wiltrud Maaßen, Gaby Wolff, Achim Schmolt sowie Manuela Küpker und Michael Hefter, dann Thomas Steiert (Gitarre) sowie die Schlagwerker Markus Pütz, Kirsten Conradi und Wolfgang Meinhold.

Kaum fassbar, dass die elf Musiker fast alle seit 20 Jahren dabei sind. Schier unfassbar, was die Leiterin des Unternehmens und Ensembles, Sandra Kinkel, in diesen langen Jahren geleistet hat. Da ist mehr als ihre musikalische Führung und Förderung in Spiel und Didaktik. Da sind ihre aufmerksame Fürsorge, Hilfe, Geduld und praktisches Zupacken beim Noten- und Stühlerücken. Da helfen Vertrauen und Humor, wie Sandra Kinkel auch bei Begrüßung und Moderation erkennen lässt.

Sie wusste vielen zu danken für tatkräftige Hilfe und Zuspruch, für den Konzertraum des Museums, den Ehrengästen Bürgermeister Heinrich Goebbels, Thomas Floßdorf als Vertreter der Stadt Düren, Käthe Rolfink als Vorsitzender des Kulturausschusses des Kreises Düren. Sandra Kinkels Humor animierte zu ausgiebigem Beifall für die Zugabe.

Und „Oh when the Saints“ wurde zur übermütigen Percussion-Freude der Musiker.