Düren: Einen ganzen Tag lang auf das Auto verzichten

Düren: Einen ganzen Tag lang auf das Auto verzichten

„Wir können natürlich nur ein kleines Zeichen setzen”, sagt Stefan Kesting, Agenda-Beauftragter der Stadt Düren. „Aber genau das wollen wir tun. Und das Ziel muss sein, die Autos möglichst aus der Stadt heraus zu halten. Dafür wollen wir das Bewusstsein schaffen.”

Und zwar mit dem Aktionstag „In die Stadt ohne mein Auto” am Samstag, 22. September. Gemeinsam mit Armin Holewa, Helma Tietjen und Klaus Ladwig hat Stefan Kesting ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt, dass dafür sorgen wird, dass die Schenkelstraße in Düren einmal nicht den Autos gehört. Von 10 bis 16 Uhr ist diese Straße nämlich für den Autoverkehr gesperrt und hier und auf dem Wirteltorplatz gibt es Spiel und Spaß für die ganze Familie. Stefan Kesting: „Die Schadstoffbelastungen rund um den Kreisverkehr überschreiten seit Jahren die gesetzlichen Vorgaben. Wir fordern deswegen weniger Individualverkehr und dafür aber einen verbesserten öffentlichen Personennahverkehr.”

Auf der gesperrten Schenkelstraße gibt es am Samstag, 22. September, ein gemütliches Agenda-Café. Den Kuchen haben diesmal Schülerinnen und Schüler des Nelly-Pütz-Berufskollegs gebacken. Darüber hinaus wird der Straßenkünstler „Malle-Balle” mit seinem Ein-Mann-Mitmach-Zirkus nach Düren kommen. Klaus Ladwig: „Malle-Balle mischt sich unters Volk, jongliert und balanciert. Den Leuten macht er immer sehr viel Spaß.” Zum ersten Mal mit von der Partie beim autofreien Tag in Düren ist in diesem Jahr auch die Werkloge des Leopold-Hoesch-Museums mit Janine Bruno und Valeria Barth. „Wir möchten die Straße bemalen”, sagt Illustratorin Valeria Barth, „und zwar mit einem großen Baum. In dessen Äste können alle dann ihre Wünsche und Hoffnungen für die Stadt Düren malen.” Darüber hinaus möchte Frau Barth noch Kalligraphie-Workshops anbieten.

Wie immer gibt es beim Aktionstag „In die Stadt ohne mein Auto” auch wieder zahlreiche Informationsstände. Dürener Fahrradhändler bieten kleinere Reparaturen an, der Wasserverband Eifel-Rur wird sich präsentieren, auch Rurtalbahn und Dürener Kreisbahn sind mit von der Partie. Stefan Kesting: „Wir haben wieder die Sprayergruppe KrazyboutStyle engagieren können, außerdem wird auf der Schenkelstraße noch ein Parcours für Skateboardfahrer aufgebaut. Wir wollen ja schließlich auch junge Leute begeistern.”

Stefan Kesting weiß, dass die Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit, wie sie vor 20 Jahren in Rio beschlossen sind, nur sehr schleppend voran gehen. „Umso mehr freue ich mich, dass bei unserem Aktionstag diesmal so viele Gruppen mitmachen wie noch nie. Vielleicht ist das ja ein gutes Zeichen für unsere Stadt Düren.”

1100 Städte in ganz Europa machen mit

Düren beteiligt sich zum 13. Mal am Aktionstag „In die Stadt ohne mein Auto”, der europaweit begangen wird. In Europa machen über 1100 Städte mit, in Deutschland nur etwa 15.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der „Lokalen Agenda 21” statt. 1992 haben bei der Weltkonferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 179 Staaten ein Aktionsprogramm für „Umwelt und Entwicklung” unterzeichnet. Darin steht, dass Wirtschafts,- Sozial- und Umweltpolitik so gestaltet werden sollen, dass auch nachfolgende Generationen lebenswerte Bedingungen vorfinden.

Außer der Beteiligung am autofreien Tag hat das Agenda-21-Büro in Düren einen Förderverein gegründet, der nachhaltige Projekte fördert.

Wer sich ausführlicher über die Agenda 21 in Düren informieren möchte, kann sich direkt an den Agendabeauftragten Stefan Kesting, Violengasse 2, Telefon 02421/252580 wenden.

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