Kleinhau: Eine Sektdusche nach dem Motocross-Titel

Kleinhau: Eine Sektdusche nach dem Motocross-Titel

Ende September steigt in Kleinhau traditionell das Rennfieber auf der Motocrossbahn am Raffelberg. Das Herbstrennen des 1966 gegründeten Clubs bezog auch in diesem Jahr wieder eine besondere Spannung aus der Tatsache, dass es die letzte Veranstaltung der Saison im Rahmen der Rennserie des Deutschen Amateur-Motocross-Verbandes (DAMCV) war.

Deshalb ging es am Rande der Eifel in fast 20 Klassen um entscheidende Punkte um die Deutsche Amateur-Meisterschaft. Dementsprechend hoch war die Starterzahl. Allein in den Rennen am Samstag gingen 138 Starter auf die 1500 Meter lange Naturstrecke mit zahlreichen Auf- und Abfahrten, neun Sprüngen, unter denen so genanntes Tables bis zu 30 Metern sind, Schnellsprüngen und einer Terrasse. Diese natürliche Architektur macht den Kurs zu einer der anspruchsvollsten und schönsten Motocross-Strecken Europas.

Junge Sportler auf alten Maschinen: Die beiden Twens Tim Simons und Kevin Emunds starten bei den Youngtimern.

Junge Fahrer auf alten Maschinen

Zu den Startern gehörten auch zwei junge Fahrer des gastgebenden Motor-Sport-Club Kleinhau, die ihrem Hobby noch eine besondere Note geben. Der 20-jährige Tim Simons und der 26-jährige alte Kevin Emunds fahren auf Motorrädern, die älter als sie sind. Aber nicht nur das vereint sie, sie kamen auch beide über ihre Väter zum Motocross. Menn Simons und Lothar Emunds sind seit den frühen 1980er Jahren aktiv. So war es kein Wunder, dass die Söhne praktisch am Raffelberg groß wurden.

Tim, der mit 14 Jahren mit dem Sport anfing, fährt mit seiner 500-er Honda aus dem Baujahr 1989 bei den Youngtimern und lag vor dem letzten Saisonlauf auf Platz 2 der Deutschen Amateurmeisterschaft. Kevin ist dagegen ein Motocross-Spätzünder, denn er begann mit der Fahrerei erst mit 24 Jahren. Damals kaufte er für rund 800 Euro eine Honda CR 250. Wie Tim hat er Spaß am „Schrauben“, also der Eigenarbeit am „Moped“. Bei dessen tadellosem Anblick glaubt man gerne, dass er bisher rund 5000 Euro in sein Hobby gesteckt hat.

Seit 40 Jahren aktiv

Wesentlich länger dabei ist Peter Hentrich, der eine Auszeichnung bekam, weil er vor exakt 40 Jahren, am 28. September 1974 seine erste Lizenz erhielt und noch heute in der Veteranen-Klasse Rennen fährt.

Kaum zu glauben, aber auch beim MSC Kleinhau gibt es immer wieder Neues. Diesmal waren eszwei besondere Rennklassen. Ein absoluter Renner in den Niederlanden ist die Nachwuchs-Gespannklasse „Sidecar for Kids“, zum anderen der DMV-Zweitakt-Cup, die beide Premiere erlebten.

Außerdem gab es an beiden Tagen packende Rennen in allen Solo- und in der Seitenwagen-Klasse zu sehen. Schließlich gingen auch die schnellen Damen an den Start, genau so wie die kleinsten Piloten, in der 50 ccm Mini-Klasse. Natürlich war der MSC Kleinhau in allen Kategorien stark vertreten. Einer von ihnen wurde denn auch am Samstag noch an der Strecke gefeiert: Als Hans-Uwe Krüttgen mit der Nummer 77 als Erster durchs Ziel kam, wurde er mit großer Vereinsfahne und Sektdusche geehrt, denn er war damit auch Deutscher Amateurmeister bei den Senioren.

Zweiter wurde in dieser Klasse sein Klubkamerad Wilfried Kosler vor Ansgar Kranen.

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