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Digitale Jugendarbeit : Eine Online-Plattform für die Region Eifel und Düren

Digitale Jugendarbeit : Eine Online-Plattform für die Region Eifel und Düren

Was tun, wenn Jugendeinrichtungen geschlossen sind und Mobile Jugendarbeiter ihre Fahrzeuge stehen lassen müssen? Für die Verantwortlichen war schnell klar: Sie dürfen die teilweise über Jahre aufgebauten Kontakte zu Kindern und Jugendlichen nicht gefährden oder womöglich aufgeben.

Gerade in Zeiten der sozialen Isolation ist die Notwendigkeit alternativer Kommunikationsformen gegeben.

Da soziale Netzwerke schon länger Eingang in die tägliche Arbeit der Jugendarbeiter gefunden haben, lag es nahe, diese in der aktuellen Situation kreativ im Sinne der Jugendarbeit zu nutzen. Hierzu werden nicht nur die Erreichbarkeit und der Austausch über Facebook, Whatsapp, Instagram und Co. gewährleistet, sondern darüber hinaus auch neue Plattformen aufgebaut. Sabine Bischof, Jugendreferentin für die Regionen Düren & Eifel, Bistum Aachen: „Wir haben vorige Woche durchgearbeitet und haben experimentell eine eigene Online-Plattform für die Region Eifel und Düren geschaffen!“

Ziel ist es, zuallererst auf einem jugendnahen Gamerserver eine fachliche Vernetzung und einen Austausch für die Jugendarbeiter zusammen aufzubauen, um in einem zweiten Schritt einen gemeinsamen, virtuellen Jugendtreff einzurichten, der ein Minimalprogramm an Beratungsangeboten, Challenges und Freizeittipps vorsieht. Dieser gemeinsame virtuelle Jugendtreff könnte auch von nur wenigen Jugendarbeitern aus dem Homeoffice aufrechterhalten werden. Auf der gemeinsamen Plattform probierten sie zunächst online selbst Chats und Sprachräume aus, um diese für ihre Besucher als virtuelle Jugendtreffs medienpädagogisch begleitet und den Datenschutzvorschriften bestmöglich entsprechend zu gestalten. Ein Beispiel dafür ist das virtuelle Angebot des Jugendzentrums Gürzenich.

Marc Schmitz vom Jugendzentrum Bonifatius, das derzeit wie alle Jugendeinrichtungen in der Stadt Düren geschlossen ist, hat sich vorgenommen, vom Homeoffice aus täglich rund eine Stunde mit den Jugendlichen im Austausch zu sein (E-Mail: marc.schmitz@st-lukas.org). Dabei möchte er Impulse geben, kreativ zu werden, und die Jugendlichen dazu anregen, sich selber mit eigenen Ideen einzubringen.

Virtuelle Jugendtreffs wollen und können nicht die Beziehungsarbeit vor Ort ersetzen, bieten aber gerade jetzt eine gute Gelegenheit, mit den Jugendlichen in Kontakt zu bleiben und eine zukunftsfähige Gestaltung von Digitalformaten zu beginnen.

Ralf Arnolds, Trägervertreter für zehn mobile und offene Jugendeinrichtungen unterstützt diese aktuelle Entwicklung für den virtuellen Raum und begrüßt das besondere Engagement der Stadt Düren an dieser Stelle: „Mit Hilfe des Investitionspaketes für die offene Jugendarbeit können wir gerade jetzt die digitalen Möglichkeiten der Jugendarbeiter unbürokratisch und schnell technisch nachrüsten.“

Auch Peter Junker, Abteilungsleiter Jugendamt Stadt Düren, ist begeistert. „In außergewöhnlichen Zeiten zeigt sich die Qualität der über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen des Dürener Modells. Die Flexibilität und Kreativität der Kolleginnen und Kollegen sowie der Träger ist einfach großartig“.