Eine neue Art des Kriegsgedenkens für Hürtgenwald

Projekt Landschaftsmuseum: Eine neue Art des Kriegsgedenkens für Hürtgenwald

Die Planungen für ein sogenanntes Landschaftsmuseum in Vossenack können beginnen. Eine Infoveranstaltung für Bürger soll im Frühjahr stattfinden.

Die Gemeinde Hürtgenwald nimmt das Projekt Landschaftsmuseum in Angriff. Das jedenfalls empfahl der Kulturausschuss am Donnerstagabend dem Gemeinderat, der darüber ebenso noch abstimmen muss wie vorher der Haushaltsausschuss. Vor allem geht es um die Frage, ob die finanziell eher klamme Gemeinde es sich leisten will, für die Planung einer neuen und zeitgemäßen Form des Kriegsgedenkens 2019 und 2020 jeweils 20.000 Euro bereitzustellen. Der Beschluss, den der Ausschuss einstimmig fasste, lässt kaum einen Zweifel, dass es so kommen wird.

Die von der Vogelsang-Akademie im Dezember vorgestellte Machbarkeitsstudie (Ausgabe vom 11. Dezember) sieht vor, auf dem sogenannten Vossenacker Plateau am Ende des Mestrenger Weges eine Anlaufstelle zu errichten, die die Besucher durch die Landschaft leitet. Vogelsang-Geschäftsführer Albert Moritz legte dem Ausschuss nochmals dar, dass kein großes geschlossenes Gebäude geplant sei. Im Landschaftsmuseum soll die bis heute von der Hürtgenwaldschlacht gezeichnete Landschaft sozusagen selbst das Museum bilden. Zudem solle der Zweite Weltkrieg in einer Weise eingeordnet werden, wie sie in vergleichbaren deutschen Museen mittlerweile Standard ist. Und der Landschaftsverband Rheinland erwägt, ein Forschungsprojekt zur Hürtgenwaldschlacht in Auftrag zu geben.

Die Sachkundige Bürgerin Andrea Volk (SPD), die bis 2017 im Rat gesessen hatte und seit 20 Jahren daran arbeitet, dem Hürtgendwalder Kriegsgedenken eine neue Form zu geben, regte an, den Hürtgenwaldern keinen akademischen Gedenknarrativ aufzuzwingen. Auf ihre Initiative hin wurde der Beschluss um den Zusatz erweitert, dass die Bürger noch im Frühjahr zu einer Informationsveranstaltung zum Museumsprojekt einzuladen sind.

In der Ratssitzung nächsten Donnerstag will Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) ein internationales Kunstprojekt vorstellen, das auf dem Vossenacker Plateau stattfinden könnte.

(gego)
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