Gey: Eine musikalische Reise mit „BöhmTopia“

Gey : Eine musikalische Reise mit „BöhmTopia“

„Leider haben wir es im vergangenen Jahr nicht geschafft, unser großes Jubiläum gebührend zu feiern“, verriet der Vorsitzende der „Rheinklänge“ Gey, Wilfried Hürtgen, beim Frühjahrskonzert. „Aus diesem Grund entschieden wir uns für den besonderen Titel des Konzertes.“ „BöhmTopia — Eine Konzertreise in ferne Welten“ sollte genau das ausdrücken, was den Verein seit mehr als 90 Jahren prägt.

Der Titel des Konzertes setzt sich aus zwei Musikstücken zusammen, die die Musiker spielten. Auf der einen Seite steht die „Böhmische Liebe“ von Mathias Rauch, auf der Anderen „Utopia“ von Thomas Asanger. „Wir verbinden moderne und volkstümliche Elemente der Musik miteinander“, erklärte Wilfried Hürtgen weiter.

Der Vorsitzende ist seit 48 Jahren im Verein und spielt Trompete: „Mein Vater hat damals schon im ursprünglichen Tambourcorps musiziert und auch ausgebildet. Von klein auf habe ich Proben miterlebt, und die Liebe zur Musik hat sich auch bei mir etabliert.“ Auch sein dreizehn Jahre alter Sohn spielt bereits im Ensemble.

Jazz mit Rock kombiniert

Mehr als 150 Gäste konnten die 38 Musiker bei ihrem abwechslungsreichen Konzert begrüßen. Verstärkung erhielt die nicht ganz vollständige Besetzung sogar aus Leverkusen. „Einige Bass Spieler sind erkrankt und wir haben uns verstärkt“, erklärte Hürtgen.

Ein Highlight des Konzertes stellte ein neues Element dar: Acht Musiker formierten sich zu einer Jazz-Rock-Kombo und brachten ganz neue Klänge nach Gey. Sie präsentierten drei moderne Stücke, die sich durch E-Bass und Keyboardeinsatz auszeichneten. „Wir wussten, dass unser Dirigent Christoph Fahle die Idee geboren hatte, einen modernen Einfluss zu etablieren, aber gehört hat der Rest des Vereins die Stücke erst zur gestrigen Generalprobe und wir waren alle begeistert“, sagte Wilfried Hürtgen.

Auch Kerstin Steckenborn, die seit 1996 aktives Mitglied der Rheinklänge Gey ist, war sichtlich zufrieden. „Besonders toll ist unser Zusammenhalt. Egal ob jung oder alt, wir haben immer was zu lachen.“

Die auch in de KG „Löstige vom Bierkeller“ aktive Kerstin Steckenborn betont: „Mein Lieblingslied heute ist definitiv ‚Unsere Stammbaum‘ von den ‚Bläck Fööss‘, da es einfach aus der karnevalistischen Richtung stammt und einen grandiosen Konzertabschluss darstellt.“ Auch sie genoss eine musikalische Früherziehung, da auch ihr Großvater lange Zeit im Verein Dirigent war und ihr Vater jahrelang Vorsitzender.

Maria Abschlag führte das Publikum humorvoll und mit einer passenden Information zu jedem Stück und Komponisten durch das Programm.

Mit Pharell Williams‘ Hit „Happy“, der mehr als eine Million mal verkauft wurde, schaffte der Musikverein eine fröhliche und glückliche Atmosphäre, die das Thema „Traum und Freunde“ mit sich brachte. Polkaelemente und dramatische Stücke wie die Star Wars-Melodie „The Marches“ von John Williams gipfelten in den Liedern „We are the World“ und „Unsere Stammbaum“.

Es war ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm eines nachgeholten Jubiläumskonzertes, es brachte Klatschrhythmen, fröhliche Gesichter und Gänsehaut bei melancholischen Momenten.

(mie)
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