Eine Lichttherapie für den Dürener Düsterwald

Umgestaltung des Adenauerparks beginnt : Eine Lichttherapie für den Dürener Düsterwald

So wie Simon Gammersbach ging es vielen Einheimischen in Düren. „Den Adenauerpark kannte ich nur vom Namen und Vorbeifahren“, sagte der Planer am Donnerstag, als die nächste größere Baustelle in der Stadt per Spatenstich gestartet wurde. Denn so wirklich einladend wirkte die zweitgrößte innerstädtische Grünfläche Dürens nicht (mehr).

Im Gegenteil, im Laufe der Jahre erweckte sie zumindest entlang der Kölnstraße den Eindruck eines kleinen Düsterwaldes, war mitunter Schauplatz von Verbrechen, nach Anwohnerangaben auch des Drogenhandels und verrufen. Doch jetzt kommt Licht ins Dunkel, und Simon Gammersbach ist daran ganz und gar nicht unbeteiligt.

Der Planungsingenieur hat sich dem Park sowohl praktisch als auch theoretisch genähert „und das Potenzial erkannt“, als er eigentlich nur eine Pflegeplanung entwerfen sollte. Jetzt ist daraus eine Umgestaltung geworden, die aber markante Bestandteile belässt oder modern umwandelt und Neues hinzufügt. Unter dem Strich könnte man von einer Art Lichttherapie sprechen, denn der Adenauerpark ist schon von einigem Wildwuchs befreit worden. „Gestrüpp“ und Bäume, die sich wild gesetzt hatten, wie Heiner Wingels, Leiter des Amtes für Tiefbau und Grünflächen, erklärte, wurden beseitigt.

Bei der nun rund ein Jahr dauernden Umgestaltung werden Wege entfernt, marode Betonbauten – unter anderem die Empore an der Merianstraße – werden geschleift, so dass deutlich mehr Grünfläche entstehen und der Park „luftiger“ wirkt. 900 Quadratmeter Fläche werden entsiegelt. Das Wegesystem wird zudem verschlankt und dann modern beleuchtet.

Die Ausleuchtung war einer von mehreren Wünschen, die bei der Anwohnerbeteiligung geäußert worden sind – neben dem Erhalt der alten und hohen Bäume.

Adenauerpark in Düren vor der Umgestaltung, Spatenstich (v.l.): Verena Schloemer, Stephan Weschke, Paul Larue, Simon Gammersbach, Peter Koschorreck. Foto: ZVA/Volker Uerlings

Inhaltlich kommt es zu einer Zweiteilung der „grünen Lunge“. Der eine Teil lässt sich laut Bürgermeister Paul Larue unter dem Titel „Ruhe und Erholung“ zusammenfassen und liegt am alten Hochkreuz, das eine von mehreren Erinnerungen im Adenauerpark ist, denn die Fläche war in früheren Jahrzehnten einmal der katholische Friedhof der Stadt. Neben barrierefreien Zugängen von allen Seiten sollen unterschiedliche Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Der zweite Teil heißt „Sport und Spiel“. Vorgesehen ist eine Erweiterung des vorhandenen Spielplatzes um eine Seilbahn und eine Hangrutsche. Daneben entsteht ein Sportbereich unter anderem mit Multifunktionsspielfeld, Parkour und Slackline. Die genaue Bestückung soll mit den Jugendlichen aus der Umgebung in einer weiteren Beteiligungsaktion am Dienstag, 17. September, zwischen 16 und 19 Uhr auf dem Bolzplatz abgestimmt werden.

Als prägendes zentrales Element erhält der Adenauerpark ein Wasserspiel, das aus einem kreisrunden Arkadengang und einem Wasservorhang besteht.

Die Arbeiten sollen etwa ein Jahr dauern. In dieser Zeit ist der Park ganz oder teilweise gesperrt. Die Gesamtkosten betragen rund 1,9 Millionen Euro. 900.000 Euro davon sind durch einen besonderen Landeszuschuss gedeckt, 800.000 Euro durch Mittel aus dem Masterplantopf. 20 Prozent beträgt der städtische Eigenanteil.

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