Niederzier: Eine durchaus sinnvolle Kombination: Physik und Literatur

Niederzier: Eine durchaus sinnvolle Kombination: Physik und Literatur

Physik und Literatur — passt das wirklich zusammen? Bei Dr. Andrea Tillmanns schon. Die 41-jährige Wahl-Niederziererin hat zwei große Leidenschaften. Sie ist promovierte Physikerin und arbeitet an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach im Bereich Textil-Bekleidungstechnik. Nebenbei, quasi in ihrer Freizeit, macht Andrea Tillmanns aber auch noch mikrogenetische Simulationen aus dem Bereich Festkörperphysik und versucht neue Methoden zu finden, um beispielsweise Computer-Festplatten effizienter zu machen.

Festkörperphysik ist nämlich einer von Andrea Tillmanns‘ Lieblingsbereichen in der Physik. Darüber hinaus schreibt Andrea Tillmanns aber eben auch Bücher. Meistens vier Stück pro Jahr, 17 sind mittlerweile erschienen. „Natürlich“, sagt Andrea Tillmanns, „natürlich sind die Physik und das Schreiben zum Teil entgegengesetzt. Aber es gibt eben auch Gemeinsamkeiten.“ Sowohl für die Physik als auch für das Schreiben von Büchern, so Tillmanns, brauche man Neugier. „Man muss Dinge rausfinden und weiterentwickeln. Bei physikalischen Experimenten. Und beim Schreiben von Romanen.“

Angefangen hat Andrea Tillmanns‘ Liebe zum Schreiben 1995, als in ihrer Heimatstadt Grevenbroich Bestsellerautorin Hera Lind eine Lesung hatte. „Ich war mit einer Freundin da und dachte so: Das ist doch auch ein schönes Leben. Nicht den ganzen Tag im Labor, schreiben, reisen, nette Leute treffen. Und als meine Freundin mich dann noch animiert hat, ein Buch zu schreiben, habe ich angefangen.“ Vermutlich wegen des Eindrucks von Hera Lind, war Andrea Tillmanns‘ erstes Werk ein Frauenroman.

Seitdem ist die schreibende Naturwissenschaftlerin aber in verschiedenen Genres unterwegs, sie verfasst Kurzgeschichten, Kinderbücher (auch über Physik), Krimis sowie Fantasy- und Jugend-Grusel-Romane. Im vergangenen Jahr war „Der Tote am Zülpicher See“ für den Jacques-Berndorf-Preis nominiert., hieraus entsteht eine eigene Krimi-Reihe aus Zülpich. „Mein Mann ist aus Zülpich“, so Andrea Tillmanns. „Daher kommt die Verbindung.“ Sich nur für eine Form Literatur zu entscheiden, wäre der Niederzierer Autorin zu langweilig. Genauso wenig kann sie sich vorstellen, komplett auf die Physik zu verzichten und nur noch zu schreiben. „Trotzdem wünsche ich mir natürlich, dass sich meine Bücher besser verkaufen.

Und es wäre auch schön, wenn mich ein paar mehr Leute als Schriftstellerin kennen würden.“ Um dieses Ziel zu erreichen, so Andrea Tillmanns, sei sie auch so konsequent. „Ich kann nur bekannter werden, wenn ich auch viele Bücher veröffentliche. Daran arbeite ich.“ Mittlerweile sei es auch nicht mehr ganz so mühsam, einen Verlag zu finden, wie am Anfang ihrer Autorenkarriere. „Da war das schon sehr mühsam. Dass das jetzt anders ist, ist für mich ein Erfolg.“ Übrigens bleibt neben Physik und Schreiben auch noch Zeit für ander Dinge: Dr. Andrea Tillmanns macht gerne Musik und treibt zudem auch sehr viel Sport.

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