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IG Metall Düren-Stolberg: Eine alternativlose Kraft in der Krise

IG Metall Düren-Stolberg

Eine alternativlose Kraft in der Krise

Die neue Führungsspitze der IG Metall Düren-Stolberg, die an beiden Standorten weiter Geschäftsstellen betreiben wird: 1. Bevollmächtigter Martin Peters (links) und der ehrenamtliche 2. Bevollmächtigte Jürgen Müller. FOTO: MHA / Volker Uerlings

Düren/Stolberg Die IG Metall hat sich regional neu aufgestellt: Die früher eigenständigen Bereiche Düren und Stolberg sind fusioniert. Martin Peters als hauptamtlicher 1. Bevollmächtigter und Jürgen Müller als ehrenamtlicher 2. Bevollmächtigter stehen an der Spitze.

Der deutsche Arbeitsmarkt war über Jahre arbeitnehmerfreundlich, in vielen Branchen gab und gibt es mehr Stellen als Bewerber. Mancherorts ändert sich das rasch und spürbar: Die Lufthansa im nationalen Rahmen, Continental in Aachen, also in der Region, aber auch im direkten lokalen Umfeld haben mittelständische Betriebe Jobabbau angekündigt. Automobilzulieferer Neapco (100 Stellen) oder Zimmermann & Jansen Technologies (145) sind zwei aktuelle Beispiele aus Düren. „Die Wirtschaft befindet sich im kritischen Wandel“, sagt der Betriebsratsvorsitzende von Neapco, Jürgen Müller. Dem könne nur eine starke IG Metall etwas entgegensetzen, die eine alternativlose Kraft sei.

Damit erklärt Müller auch, warum er bereit war, neben vielen Ehrenämtern bei seiner Gewerkschaft ein weiteres Amt anzunehmen: als ehrenamtlicher 2. Bevollmächtigter neben dem hauptamtlichen 1. Bevollmächtigten Martin Peters. Beide erhielten bei einer besonderen Delegiertenversammlung der Metaller in Düren hohe Zustimmung von 90 beziehungsweise 93 Prozent. Besonders war das Treffen in der Arena Kreis Düren deshalb, weil die IG Metall ihre beiden größten Industriestandorten nach Aachen hat fusionieren lassen. Die vormals eigenständigen Bereiche Düren und Stolberg (mit Eschweiler) bilden nun eine Einheit, auch wenn beide Geschäftsstellen erhalten bleiben. Die Gewerkschaft vertritt hier 9.500 Beschäftigte.

Der neue Ortsvorstand

19 Frauen und Männer sind Beisitzer

Neben Martin Peters (1. Bevollmächtigter) und Jürgen Müller (ehrenamtlicher 2. Bevollmächtigter) wurden als Beisitzer im Ortsvorstand der IG Metall Düren-Stolberg gewählt: Jörg Bogisch, Lisa Cremer, Daniel Dallendörfer, Jürgen Federau, Michael Gaugel, Christel Gesell, Richard Kaptain, AngeloKaufmann, Horst Martin, Jürgen Moitzheim, Daniel Mrosek, Jürgen Müllegans, Guido Neffgen, Vera Nießen, Frank Prehler, Astrid Ritz, Dirk Steiger, Hans Wöllgens, IngoZimmermann.

„Wir haben das vier Jahre vorbereitet“, erklärt Martin Peters. Ein Fusionsbeirat war eingeschaltet, um einen absehbaren personellen Wandel – mehrere altgediente Verantwortliche wie der Dürener Bevollmächtigte Paul Zimmermann schieden in kurzer Zeit aus – konstruktiv zu gestalten. Das sei wohl gelungen, schlussfolgert Peters nach der konstituierenden Versammlung mit 100 Delegierten, die zweieinhalb Stunden gedauert habe, inklusive vieler Wahlen.

„Downsizing verhindern“

Der neue erste Mann der IG Metall wird drei Tage die Woche in der Stolberger Geschäftsstelle verbringen, zwei in Düren. An beiden Standorten gibt es dann je vier Ansprechpartner für die doch noch recht zahlreiche Laufkundschaft. Inhaltlich steht selbstredend die Bewältigung der Corona-Krise im Vordergrund. „Wir müssen die Durchsetzungskraft der IG Metall erhalten und mit verhindern, dass vorschnelle Entscheidungen getroffen werden.“

Es sei fraglos so, dass Unternehmen die „Gunst der Stunde“ nutzen, um „Downsizing“ zu betreiben, also eine Personal-Schrumpfkur, die weniger mit Corona als mehr mit Gewinnmaximierung zu tun habe, sind die Gewerkschafter überzeugt. Aber natürlich gibt es auch Effekte der Pandemie wie zum Beispiel eine enorme Beschleunigung der Digitalisierung, die zusätzlich Unternehmen und Beschäftigte unter Druck setzen.

Das neue Team in Düren und Stolberg hat also mutmaßlich eher zu viel als zu wenig zu tun, Die nächsten Tarifrunden für Metall/Elektro und Textil sollen „zeitlich synchron“ stattfinden.

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