Düren: Einbrüche: Aufklärungsquote verdoppelt

Düren: Einbrüche: Aufklärungsquote verdoppelt

Entspannt zurück legen wird sich Polizeidirektor Jürgen Möller nicht. Aber auf eine Zahl, die er im Jahresbericht zur Kriminalitätsstatistik für 2013 am Montag präsentiert hat, ist er besonders stolz: Bei der Bekämpfung der Wohnungseinbrüche ist es der Kreispolizeibehörde nicht nur gelungen, die Zahlen weiterhin unter 900 Fällen im Jahr zu halten (2013: 874 Wohnungseinbrüche; 2012: 824), sondern gleichzeitig die Aufklärungsquote von 7,9 Prozent auf 15,8 Prozent zu verdoppeln.

Und das, während gleichzeitig auch die Zahl der versuchten aber gescheiterten Einbrüche gestiegen ist — die machen inzwischen 40 Prozent aus.

Polizeidirektor Jürgen Möller und die stellvertretende Leiterin der Direktion Kriminalität, Marie-Therese Zissenich präsentieren die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2013. Foto: Burkhard Giesen

Möller lobte deshalb auch „die gute polizeiliche Arbeit“ seiner Ermittlerkollegen und bedankte sich zudem bei der Bevölkerung, die im Vergleich zu den Vorjahren deutlich aufmerksamer reagiere und die Polizei über verdächtige Vorkommnisse informiere. Darauf führt Möller auch den Umstand zurück, dass im vergangenen Jahr 34 Wohnungseinbrecher auf frischer Tat erwischt werden konnten. Möller: „Gerade in einer Flächenbehörde ist das eine besondere Leistung.“

Zufrieden machen dürfte Möller auch noch eine andere Kennziffer: Die Zahl der Gesamtstraftaten liegt mit 19.033 (2012: 21.247) wieder unter der 20.000er Marke; allerdings ist gleichzeitig auch die Aufklärungsquote vom Vorjahreshoch von 54,5 auf 51,7 Prozent abgesunken. Der Grund für beide Entwicklungen: in 2012 hatte es noch rund 1500 aufgeklärte Vermögensdelikte aus drei Sammelverfahren gegeben, die nun nicht mehr zu Buche schlagen.

Deutlich negativer, aber kaum beeinflussbar, fällt hingegen die Statistik der Kapitaldelikte aus, die in 2012 mit vier Fällen einen historischen Tiefstand erreicht hatte, jetzt aber wieder auf neun Fälle angestiegen ist. Zu erwähnen sind hier insbesondere der Amoklauf von Merode sowie die zunächst vermisste und später in Nideggen tot aufgefundene Frau aus Rölsdorf. Beeindrukkend ist hier die Aufklärungsquote von 100 Prozent. Einen spürbaren Rückgang verzeichnet die Polizei im Bereich der Diebstahlskriminalität. Gab es 2012 noch 8467 Straftaten, waren es 2013 nur 8118. Auch die Zahl der Ladendiebstähle ist deutlich von 1089 auf 899 gesunken. Gleiches gilt für Diebstähle aus Autos: 1428 Fälle gab es hier, 2012 waren es 1627. Weitestgehend stabil geblieben ist die Zahl der Raubdelikte. Nach 194 Fällen im Jahr 2013, ging die Zahl 2103 nur leicht auf 189 Fälle zurück. Bemerkenswert hier: Die Polizei geht davon aus, dass „ein Großteil“ der Raubdelikte nur vorgetäuscht sind, wie Marie-Therese Zissenich, stellvertretende Leiterin der Direktion Kriminalität betonte. Zissenich: „Es gibt oft Anzeigen, die unlogisch sind oder wo sich keinerlei Zeugen finden lassen.“ In sieben Fällen konnte die Polizei das nachweisen.

Niedrigster Stand seit 10 Jahren

Rückläufig sind auch die Zahlen im Bereich der Straßenkriminalität: „Mit 4781 Fällen haben wir den niedrigsten Stand seit zehn Jahren erreicht“, so Zissenich. Das gilt ähnlich für die Betäubungsmitteldelikte (2013: 483 Fälle, 2012: 501). Zahlen, die allerdings täuschen. Jürgen Möller: „Aus unserer Verkehrsstatistik wissen wir, dass die BTM-Delikte insgesamt zunehmen.“ Zufrieden ist man bei der Polizei auch mit der Entwicklung im Bereich der Jugendkriminalität. Hier ist erneut ein Rückgang auf 2276 Fälle (2012: 2412) zu verzeichnen.

Auch in diesem Jahr will die Polizei einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Einbruchskriminalität setzen. Ob dazu künftig die Personaldecke noch reichen wird, wird sich zeigen: Mit den beschlossenen Neueinstellungen bis zum 2025 sind die Beamten, die aus Altersgründen ausscheiden werden, nicht aufzufangen. Möller rechnet damit, dass im Jahr 2025 in der Dürener Behörde etwa 35 bis 40 Beamte weniger arbeiten werden. Darauf bereite man sich schon jetzt vor: „Mit zehn Prozent weniger Personal werden wir unsere Aufgaben in der heutigen Quantität und Qualität nicht mehr leisten können. Wir müssen überlegen, wie wir uns anders organisieren.“ Als Kritik will Möller das nicht verstanden wissen: „Mit der vorgegebenen Personaldecke müssen wir klarkommen und versuchen. möglichst intelligent die Schwerpunkte zu setzen.“

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