Düren: Ein Treffpunkt für Dürens Skater

Düren: Ein Treffpunkt für Dürens Skater

Kla-Klack, Kla-Klack - an der Antwerpener Straße ist es wieder von Weitem zu hören, dieses charakteristische Geräusch, das rund um die Feuerwehr zuletzt nur noch selten erklang. Man könnte es leicht mit Hämmern verwechseln, doch Eingeweihte wissen natürlich, dass diese Töne so nur die Kunststoffrollen von Skateboards bei der Landung nach Sprüngen erzeugen.

Kein Wunder, befindet sich hier, im Süden Dürens, doch die älteste Skater-Anlage der Stadt, die nun grundsaniert und neu gestaltet wurde. Und mit den neuen Hindernissen ist die typische Geräuschkulisse wieder an die Antwerpener Straße zurückgekehrt.

Till Grenzdörffer nimmt ein wenig Anlauf, stößt sich zwei mal kurz mit dem Fuß ab und vollführt mit einer trickreichen Bewegung seiner Füße einen Sprung, bei dem sich das Skateboard unter ihm gleichzeitig um die eigene Achse als auch um 180 Grad dreht.

„Varial Heelflip” heißt das kleine Kunststück, das bei dem 15-Jährigen wie ein Kinderspiel aussieht, in Wahrheit aber größte Körperbeherrschung verlangt.

Der nächste Anlauf zeigt dies: Der Trick misslingt, Till stürzt zu Boden. Von dem Rückschlag lässt er sich jedoch wenig beeindrucken, kurz den Staub abklopfen und weiter gehts.

Währenddessen sausen immer wieder andere Skater und Inliner an ihm vorbei, BMX-Fahrer nehmen mit Schwung die „Cop-Quarter” genannte Rampe am Ende der Anlage. Es wimmelt hier wie in einem Ameisenhaufen.

Gut 30 Jugendliche befahren den neuen Skater-Park, die Antwerpener Straße ist wieder zum zentralen Treffpunkt für Skater, Inliner und BMX-Fahrer geworden.

Dies war lange Zeit nicht so. „Der Platz war praktisch tot”, erinnert sich Klaus Dieter Span. Da die alten Rampen aus Holz waren, waren sie mit den Jahren morsch und zu einem Sicherheitsrisiko geworden. Die Skater wichen auf Anlagen in Ellen, Gey oder Langerwehe aus. „Das sind alles kleine Parks, aber jetzt hat man was Vernünftiges, Großes hier”, sagt Span.

Die neue Anlage sei mit Abstand der beste Skaterpark in Düren. Als Profiskater und Inhaber eines Skateshops in Düren weiß der 34-Jährige natürlich, wovon er redet. Bei der Planung und Umsetzung der Maßnahme stand er zudem dem Jugendamt und der mobilen Jugendarbeit beratend zur Seite.

Laut Span habe die neue Anlage der Skaterszene in Düren neue Impulse gegeben. In seinem Laden habe er in den vergangenen Wochen wieder viel mehr Skateboards verkauft und auch viele, die früher Skateboard gefahren sind, hätten mit der neuen Anlage wieder angefangen zu skaten.

Darüber hinaus wirke der erneuerte Skaterpark auch über die Dürener Grenzen hinaus: „Die neue Anlage zieht auf jeden Fall Leute von außen: aus Alsdorf, Aachen und aus Köln sind schon Leute gekommen, um bei uns zu fahren.”

Ebenfalls von weiter her kommt Eugen Binder. Der 23-Jährige stammt zwar ursprünglich aus Düren, lebt mittlerweile aber in Siegen. Die neue Skater-Anlage findet seine Zustimmung: „Das kann man auf jeden Fall einen Skaterpark nennen.” Pat Verhamme (24) wiederum lobt, dass es sich auf der Anlage flüssig fahren lässt.

Wenn denn der Andrang der Fahrer nicht allzu groß ist. Mit gut 30 Skatern, Inlinern und BMX-Fahrern sei noch relativ wenig los, weiß Verhamme. Und an der Antwerpener Straße herrscht ständige Fluktuation, immer wieder kommen neue Besucher, andere verabschieden sich.

Nicht alle versuchen sich an waghalsigen Kunststücken, manch einer kommt auch nur, um Freunde zu treffen. „Das gefällt mir am besten, dass es wieder einen Treffpunkt gibt”, meint denn auch Till Grenzdörffer. „Bei den kleinen Parks ist nie was los, hier kann man hingehen und es ist immer einer da.”

Sprichts und rollt auch schon wieder die „Cop-Quarter” hinunter, zum nächsten Lauf und nächsten Trick. Neugestaltung der Anlage kostet 100.000 Euro

Finanziert wurde die Neugestaltung der Skater-Anlage mit 100.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Der neue Skaterpark ist komplett aus Beton und verfügt über verschiedene Hindernisse: Rampen, Treppen und Stufen, die im Fachjargon etwa „Cop-Quarter”, „Funbox” oder „Steb-Curb” heißen.

Über die Ausstattung und den Standort der Anlage durften die lokalen Skater im Rahmen einer Internetumfrage mitbestimmen.

Am Samstag, 3. September, findet auf der Anlage an der Antwerpener Straße der traditionelle Grenzlandcup statt. Los geht der Skateboard-Wettbewerb um 12 Uhr, wer teilnehmen möchte, sollte wegen der Anmeldung etwas früher kommen.

Die meisten Nutzer des Skaterparks kommen mit dem Fahrrad zur Antwerpener Straße, oder eben direkt mit Skateboard/Inlinern. Kommen die Skater von weiter weg, benutzen sie meist das Auto, aber auch mit dem Bus ist die Anlage gut zu erreichen: Die Linie 214 hält an der August-Bebel-Straße (vom Kaiserplatz Richtung Odenthalstraße).

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