Vossenacker Klostersonntag: Ein Stück Zuhause für Christen

Vossenacker Klostersonntag : Ein Stück Zuhause für Christen

Das Konzept ist denkbar einfach, aber es funktioniert: Ein Gottesdienst mit Musik, anschließend eine gehaltvolle Suppe, Brötchen und gute Gespräche – der Vossenacker Klostersonntag ist eine Erfolgsgeschichte.

Vor zwölf Jahren, im November 2006, haben ihn Pater Athanasius Spies, Bruder Wolfgang Mauritz und Maria Schröder ins Leben gerufen. Die 125. Auflage dieser schönen Tradition am Sonntag ist die letzte gewesen, bei der Maria Schröder ehrenamtlich mitgearbeitet hat. „Aus persönlichen Gründen“, sagt sie, „muss ich diese Aufgabe leider abgeben.“

Maria Schröders Kinder sind in Vossenack zur Schule gegangen, sie war eine der Mütter, die am Gymnasium die Aktion „Gesundes Frühstück“ mit Leben gefüllt haben. „So ist der Kontakt entstanden“; erzählt die 55-Jährige.

Die Sonntagsgottesdienste in der Klosterkirche seien schon damals sehr beliebt gewesen. „Die Menschen sind aus vielen Orten gekommen, die meisten kannten sich überhaupt nicht.“ Irgendwann habe eine Frau nach der Messe zu ihr gesagt: „Man fällt so in ein Nichts nach dem Gottesdienst.“ Das war die Geburtsstunde für den Klostersonntag. „Wir wollten Christen die Möglichkeit geben, nach der Messe noch ein wenig Zeit miteinander zu verbringen“, ergänzt Bruder Wolfgang Mauritz.

Anfangs gab es Kaffee und Kuchen, ziemlich schnell entwickelte der Kloster-Koch eine spezielle Suppe. Bruder Wolfgang: „Es war uns wichtig, der Heimbacher Erbsensuppe keine Konkurrenz zu machen. Unsere Suppe ist eine Art Gulaschsuppe. Das Rezept ist aber Klostereigentum und geheim.“

Rund 300 Leute kommen in der Regel zu den Gottesdiensten sonntags, rund 180 Portionen Suppe werden im Schnitt anschließend verzehrt. Maria Schröder: „Für viele ist das wie nach Hause kommen. Man trifft Menschen, die auf der gleichen Wellenlänge sind. Die Klostersonntage sollen die Menschen nicht satt machen, aber in ihrem Glauben stärken.“

Eine von Schröders Hauptaufgaben der vergangenen 125 Klostersonntage war das Engagement von Musikgruppen. „Wir zahlen kein Honorar“, erzählt sie. „Alle spielen für den Gotteslohn und natürlich für einen Teller Suppe.“ Nach Maria Schröders Ausscheiden hat Wolfgang Mauritz die Suche nach geeigneten Musikgruppen übernommen. „Unser Konvent hat sich sofort entschieden, dass es den Klostersonntag auch in Zukunft geben soll. Für uns ist das eine wirklich wichtige Einrichtung. Ich habe aber nicht gedacht, dass allein das Organisieren der Musik so viel Arbeit ist.“ Für ihn, ergänzt Mauritz, sei der Klostersonntag vor allem ein Stück „sehr lebendige Kirche“: „Ich glaube, dass wir mit der Idee sehr viel richtig gemacht haben. Es sind bei uns echte Freundschaften gestanden. Hier haben sich Menschen getroffen, die sich sonst nie kennengelernt hätten.“

Maria Schröder ist sich sicher, dass sie die Arbeit vermissen wird. „Sie hat mich aber natürlich auch sehr gebunden. Urlaub oder Familienfeste gab es bei uns am ersten Sonntag im Monat nicht.“ Klar, dass die engagierte Katholikin dem Klostersonntag als Besucherin treu bleiben wird. „Die Atmosphäre ist besonders, und ich werde sie ganz anders genießen.“