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Ein Rurtalbahnzug mit Wasserstoffantrieb im Kreis Düren?

Kreis Düren sieht sich in Vorreiterrolle : Ein Rurtalbahnzug mit Wasserstoffantrieb?

Der Kreis Düren macht ernst mit seiner Vorreiterrolle bei der Anwendung der Wasserstofftechnologie. Er tritt nicht nur dem Verein „HyCologne – Wasserstoffregion Rheinland“ bei, sondern will sofort erste praktische Anwendungen zeigen.

So verkündete Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) in der Sitzung des Ausschusses für Kreis- und Regionalentwicklung, dass bald ein mit Wasserstoff angetriebener Zug der Rurtalbahn durch den Kreis rollen könnte.

Erste Gespräche habe es schon gegeben. Einen konkreten Zeitpunkt, wann das Projekt starten soll, nannte er nicht.

Viele Einrichtungen, so auch das Jülicher Forschungszentrum, arbeiten daran, Wasserstoff zu nutzen. „Es gibt geradezu einen Hype zum Thema Wasserstoff“, meinte HyCologne-Projektleiter Carsten Krause. Der Verein dient dabei als Netzwerk zwischen Forschung und Anwendung. Dem Kreissauschuss machte Krause deutlich, dass inzwischen Wasserstoff auch genutzt wird, um Windenergie zu speichern – als sogenanntes grünes Gas. Selbst der Konzern RWE sieht darin seine Chance, bis zum Jahr 2040 CO2-frei zu werden. Während der Start des ersten Wasserstoff-Zugs ungewiss ist, wird die Eröffnung eines Wasserstoffinformationszentrums konkret.

Der Kreis hat einen Antrag bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier eingereicht und hofft auf einen Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro für das insgesamt etwa 420.000 Euro teure Projekt. „Um den Kreis Düren als Modellregion Wasserstoff zu entwickeln, müssen wir Aufklärungsarbeit leisten“, sagte Spelthahn, es könne auch als außerschulischer Lernort dienen. Dazu holt sich der Kreis für das Informationszentrum Partner ins Boot.

Gleiches gilt für die „H2-Werkstatt“, für die zwei Mitarbeiter eingestellt werden, die in verschiedenen Veranstaltungen die Möglichkeiten dieser Technologie erörtern. Dabei denkt man im Kreishaus nicht nur an wasserstoff-betriebene Fahrzeuge, sondern auch an Heizungen, die auf den Brennstoff setzen. In der „H2-Werkstatt“ wolle man Beispiele zeigen, wie jeder einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten könne. Dies lässt sich der Kreis knapp 350.000 Euro kosten. Auch hier hofft man auf einen Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro von der Zukunftsagentur Rheinisches Revier.