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Gutes Parken, schlechtes Parken: Ein Parkplatz, zwei Autos, drei Strafverfahren

Gutes Parken, schlechtes Parken : Ein Parkplatz, zwei Autos, drei Strafverfahren

Erst parkte er sie zu, dann sie ihn. Dann stellte sich ihr Sohn hinter seinen Wagen, er fuhr trotzdem los. Darauf zertrümmerte ihr Sohn ein Fenster seines Autos. So die Kurzfassung eines Streits auf einem Parkplatz in Düren. Und die Langversion?

Auslöser für das Geschehen am Samstagnachmittag war das Parkverhalten eines 79 Jahre alten Mannes aus Vettweiß: Der Senior hatte laut Polizei seinen Wagen auf dem Parkplatz derart nah an das rechts neben ihm stehende Fahrzeug abgestellt, dass dessen Fahrerin nicht mehr über die Fahrerseite einsteigen konnte. Stattdessen musste die 56-jährige durch die Beifahrertür einsteigen und auf den Fahrersitz klettern.

„Dieser Umstand brachte die Frau und ihren 22 Jahre alten Sohn offensichtlich derart in Missstimmung, dass die Merzenicherin kurzerhand den Spieß umdrehte und ihr Auto auf die andere Seite des störenden Wagens versetzte“, heißt es im Polizeibericht. Und das extrem nah, „um dem wenig später hinzukommenden Senior seinerseits das Einsteigen unmöglich zu machen“.

Dem offenbar recht gelenkigen 79-Jährigen gelang der Einstieg dennoch, woraufhin ihn der Sohn nun selber am Wegfahren hindern wollte. Hierzu stellte er sich hinter das Fahrzeug, dessen Fahrer trotzdem langsam zurücksetzte. Laut Aussage des 22-Jährigen wurde er von dem Wagen touchiert und kam zu Fall, wobei er leicht verletzt wurde. Daraufhin stand er auf – und schlug die Heckscheibe des Autos ein.

Nun wurde die Polizei gerufen. Die Beamten ließen sich das Geschehen aus den verschiedenen Perspektiven schildern, auch durch unabhängige Zeugen. Immerhin: An den beiden Fahrzeugen wurden bis auf die zerstörte Heckscheibe keine Schäden von möglichen Berührungen festgestellt.

Der 22-Jährige benötigte keinen Rettungswagen. „Ihm wurde nahegelegt, etwaige Verletzungen von einem Arzt attestieren zu lassen“, meldete die Polizei. Gegen ihn wurde eine Strafanzeige gefertigt. Auch gegen seine Mutter wurde ein Verfahren wegen Nötigung im Straßenverkehr eingeleitet.

Dem 79-Jährigen wiederum wurde der Tatvorwurf der Gefährdung des Straßenverkehrs gemacht. Der Polizeibericht endet mit der nüchternen Feststellung: „Die Ermittlungen dauern an.“

(red/pol)