„Steppenklima“: Ein Nachblick aufs Wetter: Der August, ein Fest für Sommerliebhaber

„Steppenklima“ : Ein Nachblick aufs Wetter: Der August, ein Fest für Sommerliebhaber

Wieder ein Monat wie aus dem Bilderbuch für alle Sommerfans. Das Wetter blieb wie in den Vormonaten beständig warm, sonnig und extrem trocken. „Steppenklima“ beherrschte das Rheinland und zum Teil auch die Rureifel, wobei die Dürre immer größere Ausmaße annahm. Wasserverbände riefen zu sparsamen Umgang mit Trinkwasser auf, und die Waldbrandgefahr blieb weiterhin hoch.

In der Land- und Forstwirtschaft richtete die Dürre katastrophale Schäden an, selbst große Bäume leiden auch jetzt Mitte September noch unter der monatelangen Trockenheit. Seit 1921 gab es keine vergleichbare Wetterlage im Kreis Düren. In der Rureifel erreichte die Wetterstation auf dem Kermeter 17,9 Grad und Vossenack eine Mitteltemperatur von 18,3 (Abweichung +1,3). Mit einer Mitteltemperatur von 20 Grad zwischen Düren und Jülich erlebten wir in den Niederungen einen zwei Grad zu warmen August. Damit gehörte er zu den Top-Drei in Düren und Jülich seit Beginn der Messungen (1937) hinter 1997 (20,1) und 1947 (20,8).

Am 7. August wurden die Spitzenwerte des Sommers gemessen, wie in Vettweiß (38,4), Drove (37,8), Vlatten (37,7), Düren (37,4), Nörvenich (37,2), Jülich (37,0), Aldenhoven (36,6), Gevenich (36,3), Heimbach (35,9), Hergarten (35,7), Schmidt-Harscheid (35,5), Kermeter Wilder Pfad (34,8) und Vossenack (33,9). Auch wenn in der zweiten Monatshälfte die Hitze langsam nachließ, gab es doch noch viele Sommertage über 25 Grad.

Erstaunliche Serie beendet

Am 9. August ging in Düren eine bisher einmalige Serie von 29 Sommertagen in Folge zu Ende. Der August lieferte in den Niederungen insgesamt wunderbare 19 Sommertage in Jülich (Rekord bisher im August 1947 mit 25 Sommertagen). In den Hochlagen der Rureifel waren es noch 13 Sommertage. Den Schlaf raubte uns vor allem die warme Tropennacht auf den 4. August mit 21,1 Grad in Düren.

Bei nordöstlichen Winden wurden am 7. sehr niedrige Luftfeuchtewerte unter 20 Prozent abgelesen (Vettweiß und Aldenhoven 18 Prozent, Düren 17, Heimbach 16 und Schmidt 15).

Auch die Sonne leistete wieder Überstunden im gesamten Kreisgebiet. Sie schien knapp ein Drittel länger als im Klimadurchschnitt. Damit gehörte der August zu den fünf sonnigsten seit dem zweiten Weltkrieg. Einige Beispiele: Aldenhoven 273 Stunden, Drove 262, Raum Vettweiß/Zülpich 250, Jülich 249, Düren und Schmidt 239, Nörvenich 233 und im Heimbacher Rurtal 208 Stunden.

Verbreitet fiel nur ein Drittel oder die Hälfte des normalen Augustregens. Nur kleine lokale Gewitter konnten die Monatssummen etwas aufbessern. Folgende Werte sind wegen der Besonderheit der Dürre aufsummiert: 16 Liter/Quadratmeter in Vettweiß, 19 in Vlatten, 22 im Tagebau Inden, 23 in Drove, 25 in Hergarten, Jülich 26, Nörvenich und Heimbach 27, Kermeter und Schmidt 29, 30 am Tagebau Hambach, Düren 33 , Brandenberg 39, Vossenack 47 und Gevenich 53. Im August 1976 fielen in Düren nur sechs.

(kjl)
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