Düren: Ein letztes Mal heißt es „Humor feiert Abschied“

Düren: Ein letztes Mal heißt es „Humor feiert Abschied“

Einen vergnüglichen Abend mit „einer Träne im Knopfloch“ erwartet die Besucher, wenn sie am Samstag, 13. Juli, um 19.30 Uhr ins Haus der Stadt kommen. „Humor feiert Abschied“ heißt es im Foyer, der überschrieben ist mit „Halt(et) den Schnabel!“ Unter diesem Motto findet die langjährige und erfolgreiche Vortragsreihe „Humor feiert Geburtstag“ ihren Abschluss.

Noch einmal wird Professor Manfred Schnabel, der schon seit vielen Jahren in Nideggen lebt, zeigen „wie ihm der Schnabel gewachsen ist“.

Und die vielen Bewunderer werden dem heute 86-jährigen manche Träne nachweinen, wenn der Abend vorbei ist und der ehemalige Intendant der Essener Aalto-Oper die Stunden des Lehrens und Lernens über Humor und Philosophie mit Texten von Heinrich Heine, Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky und Erich Kästner beendet.

Man wird wie bei den Veranstaltungen zuvor einen glänzenden Rezitator erleben, der in seinen Zwischentexten und Überleitungen oder eigenen Reimen immer wieder seine Vergangenheit beim Kabarett „Die Berliner Stachelschweine“ aufblitzen ließ. Seine Wortbeiträge werden, wie er im Vorfeld äußerte, „Epi-milli-grammatisch“ angereichert und vorgetragen.

Erklären kann man den Begriff schwer, beim Zuhören wird es klar. Kostprobe: „Wie sieht das Gegenteil aus?“ oder „Regen bringt Segen — von wegen“. Und dann spricht der Professor mit einem Augenzwingern aus Erfahrung: „Wer als Student oft krank ist, ist auch hinterher nicht gesund!“

Der Nideggener, der zum zehnjährigen Bestehen des Hauses der Stadt den „Operndirektor“ mit großem Erfolg inszenierte, sieht seinen Auftritt im Foyer nicht als Abschied, sondern als „Rückzug von der Reihe“, um dann fortzufahren, dass es altersbedingt Zeit sei „langsam Lebewohl “ zu sagen. Ein Johannes Heesters wolle er nicht sein.

Sein Ziel ist es, den Besuchern ein „humoriges Adieu“ zu sagen, mit Vorlesestunden über Liebe, Erotik, Frivolität und Politik, ein „Best-of“ aus den Reihen garniert mit eigenen Texten, wie Adam Kempinski von der Erna Schiefenbusch-Gesellschaft, die den Abend veranstaltet, näher erläutert.

„Autoren des Herzens“ sind es, die Professor Manfred Schnabel, der an vielen Bühnen in der Republik vor oder hinter dem Vorhang gearbeitet hat, Regie führte, spielte oder die Intendanz inne hatte, ausgewählt hat.

Mit „Leib und Seele“ wird der Protagonist in die Texte eintauchen, versichert auch Monika Rothmaier-Szudy vom Dürener Kulturbetrieb, die als künstlerische Leiterin des Theaters Professor Manfred Schnabel als einen „Lichtstrahl in der Dürener Theaterszene“ bezeichnete. Bleibt zu hoffen, dass, wenn der Rezitator sein Textbuch zuklappt, es im „Treffpunkt Foyer“ nicht allzu dunkel wird. Der Ruf „Haltet den Schnabel“ könnte sehr laut werden.

(has)
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