Düren: Ein Kult-Event mit 3500 Plastik-Entchen

Düren : Ein Kult-Event mit 3500 Plastik-Entchen

Wenn sich am Samstagnachmittag 3500 kleine gelbe Enten und 260 große Sponsorenenten in der Rur ein spannendes Rennen liefern, liegen hinter Udo Gentgen rund sieben Monate Vorbereitung. Gentgen ist amtierender Präsident des Lions Clubs „Düren-Rurstadt“ und kümmert sich schon viele Jahre um die Organisation der beliebten Spaß- und Charity-Veranstaltung, die immer am zweiten Kirmessamstag an der Rur stattfindet.

„Das Entenrennen“, sagt Gentgen, „braucht schon viel Vorbereitung.“ Unter anderem muss die Veranstaltung beim Ordnungsamt angemeldet, eine Baugenehmigung für den Verkaufsstand der Enten in der Fußgängerzone eingeholt und das Wasserbetretungsrecht beantragt werden. Schließlich müssen die Enten mit Nummern (auf fälschungssicheren Etiketten) versehen und verpackt werden.

Gentgen: „Unser Clubmitglied Rudi Seebald hatte die Idee zu dem Entenrennen und hat anfangs die Organisation nahezu alleine in seinem Wohnzimmer gestemmt. Das ist nicht hoch genug einzuschätzen, wäre aber heute nicht mehr zu leisten. Die Veranstaltung ist immer größer geworden.“

Aus England und den USA

Anfangs habe es Entenrennen vor allem in England und den USA gegeben — auch dort organisiert als Wohltätigkeitsveranstaltungen von Lions Clubs. „Als unser Club sich gegründet hat“, erzählt Gentgen, „haben wir auch nach einer Aktion gesucht, mit der wir Geld für wohltätige Zwecke generieren können.“ Die beiden anderen Dürener Lions Clubs sind mit den Kulturtagen auf Schloss Burgau (Lions Club „Düren-Marcodurum“) und einer Adventskalenderaktion (Lions Club Düren) sehr erfolgreich. Gentgen: „Für uns galt es, eine eigene Aktivität zu finden. Und das ist uns mit dem Entenrennen gelungen.“

Gentgen hat recht. In den vergangenen Jahren hat sich das Rennen zu einem echten Publikumsmagneten entwickelt — und zu einer mehr als gewinnbringenden Veranstaltung noch dazu. „Mit dem großen Erfolg des Entenrennens haben wir anfangs nicht gerechnet“, sagt der Lions-Club-Präsident. „Wir sind schon mit sehr viel Mut und Optimismus an die Sache rangegangen.“ Gleichwohl sei das Rennen eine witzige Sache. „Und wir bemühen uns ja auch um Abwechslung. In diesem Jahr werden beispielsweise Alligatoren als Hindernisse im Wasser platziert. Plastik-Alligatoren versteht sich....“

Darüber hinaus würden viele das Rennen aufgrund des Charity-Aspektes unterstützen. „Die Menschen wissen, dass wir alle ehrenamtlich arbeiten und der Renn-Erlös komplett gespendet wird.“ Im Schnitt kommen pro Rennen rund 35 000 Euro zusammen, mit dieser Summe rechnet Udo Gentgen auch in diesem Jahr wieder. „Förderzwecke unseres Clubs sind Kinder-, Jugend- und Seniorenprojekte der Region. Und dahin fließt auch der Erlös des Entenrennens 2018.“

Der Club, erklärt Gentgen, würde gleichzeitig helfende und präventive Maßnahmen unterstützen. „Im Augenblick haben wir um die 25 Förderprojekte. Dazu gehört beispielsweise das Junge Theater Düren, aber auch das Dürener Kinderparlament.“ Im Rahmen der Sitzungen im Rathaus, bei denen Grundschulkinder ihre Sorgen und Wünsche vorbringen können, ist eine Liste erstellt worden, auf der Projekte stehen, die unbedingt in Angriff genommen werden müssen, für die die Stadt aber kein Geld hat. „Es sind Projekte, an zwölf Dürener Grundschulen“, erklärt Gentgen. „Da helfen wir sehr gerne.“

„We serve“, also auf Deutsch „Wir dienen“, ist das weltweite Motto der Lions-Bewegung und gleichzeitig ein Wahlspruch, dem sich auch Udo Gentgen sehr gerne verschrieben hat. „Ich bin schon so erzogen worden, andere Menschen teilhaben zu lassen. Das ist mir sehr wichtig.“ Früher, ergänzt Gentgen, habe er sich im Verein „Dürener Ferienspaß“ organisiert, jetzt eben im Lions Club. „Man sucht einfach nach Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement. Und den Lions-Grundgedanken finde ich einfach toll.“

(kin)
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