Düren: Ein erfrischendes Jazz-Dessert mit Dixie-Swing

Düren : Ein erfrischendes Jazz-Dessert mit Dixie-Swing

Satt von den reichen Menüs der Dürener Jazztage? Mitnichten, wenn ein Jazz-Dessert mit Dixie, Blues und Swing beim Foyerkonzert der Cappella Villa Duria so erfrischend serviert wird. Das bescherte Lutzemanns Jatzkapelle mit professioneller Spielfreude und lobenswert ausdauerndem Elan unter der Leitung von Lutz Eikelmann am überdimensionalen Messingrohr des Sousaphons.

Seine humorige Moderation war gespickt mit informativen Anekdoten aus den 20er und 50er Jahren, in denen Dixieland-Hits auch mit deutschen Texten populäre Schlager waren. Dazu wurde das ganze Septett, die Herren in Schwarz, die Piano-Dame in Weiß, im Satz und wechselweise als muntere Solisten präsentiert. Schon nach drei Bluesnummern versprach Trompeter Jörg Kuhfuss gesanglich „Wochenend und Sonnenschein“. Udo Jägers improvisierte am Banjo heftig für „Somebody Stole My Gal“.

Dann ging es um die B-und A-Seite berühmter Scheiben von Sidney Bechet und Chris Barber. Und Klarinettist Bert Brandner, der variierend auch sein Bass-Saxophon, das Alt-Saxophon und ein seltenes Mezzo-Sopran-Sax ausgepackt hatte, bewies mit „Wild Cat Blues“ und „Petite Fleur“, warum der 86-jährige Barber ihn schon vier Jahre in seine Band integriert hat.

Im Nostalgie-Medley von „Am Sonntag will mein Süßer...“ bis „Ice Cream“ improvisierten rund um Sänger Jörg vorzüglich auch Cordula Clausen am Piano, Jojo Philipps mit seinem kreativen Mini-Schlagzeug und immer wieder Michael Schneider mit leuchtenden Augen an der Posaune.

Die zweite Serie mit weiteren sieben Hits wurde ebenso mitreißend gespielt, wobei nach nach „Way down Yonder“, „Buddy Bolden Blues“ und „That’s a Plenty“ Tempowechsel und Anekdoten den Liebesliedern wie „Dinah“, „Sweet Georgia Brown“ und „You Are My Sunshine“ zugute kamen. Die stimmungsvolle Zugabe mit „Guten Abend, gute Nacht“ bestätigte, dass es auch ein gemütlicher Abend war.

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