Düren: Ein Chinese soll Dürens Zuspiel schneller machen

Düren: Ein Chinese soll Dürens Zuspiel schneller machen

Volleyball-Bundesligist SWD Powervolleys betritt Neuland: Zum ersten Mal in seiner Bundesligageschichte hat der dreifache deutsche Vizemeister einen Spieler aus dem Reich der Mitte verpflichtet. Es spielten schon Brasilianer, Belgier, Amerikaner, Niederländer, Australier, Kanadier, Ukrainer oder Tschechen für das sportliche Aushängeschild der Stadt. Aber noch nie ein Chinese.

Mit Premierenvolleyballer Shibo Yu, genannt Bobo, kommt Düren auf die 23. Nationalität. Per Videobotschaft stellten die Verantwortlichen der Powervolleys ihren zweiten neuen Zuspieler im Konferenzraum der Sparkasse vor. Der 27 Jahre alte und zwei Meter große Steller sprach Worte, die auch die Fans und die Sponsoren erfreuen dürften: „Ich komme nach Düren, um mein Bestes zu geben. Ich bin mir sicher, dass wir mit einer starken Mannschaft viele Siege feiern können.“

Enorme Höhe

In seiner Heimat spiele Shibo Yu in einem der stärksten Teams: Der zehnfache Nationalspieler belegte mit Liaoning in den vergangenen Jahren immer einen der vorderen Plätze. Die Qualitäten des Neuzugangs dürften nicht nur in seinem sehr schnellen Zuspiel und der akkuraten Offensive liegen, wie Dürens neuer Trainer Anton Brams befand, sondern möglicherweise auch im Block: Er erreicht in diesem Bereich eine Höhe von 3,40 Meter. Diese, befand Dürens Mannschaftskapitän und Mittelblocker Jaromir Zachrich, liegen durchaus in den Höhen, die Mittelblocker aufweisen.

Um den Platz als erster Spielgestalter muss der Chinese mit dem Amerikaner Matt West kämpfen, vor kurzem als Zugang vorgestellt. „Wir wollten zwei gleich starke, aber unterschiedlich agierende Steller“, sagte der Sportliche Leiter Goswin Caro am Mittwochvormittag bei der Vorstellung Shibo Yus.

Mit ihm und einem weiteren Zugang sind die Personalplanungen der Powervolleys abgeschlossen: Ebenfalls per Videobotschaft richtete Mittelblocker Rudy Verhoeff freundliche Worte an die Teilnehmer der Pressekonferenz. Der Kanadier mit niederländischen Wurzeln ist 26 Jahre alt, 1,98 Meter groß und spielte in der vergangenen Saison beim französischen Erstligisten GFCO Ajaccio, dem Hauptstadtklub der Mittelmeerinsel Korsika. 40 Mal trat der Mann aus Calgary für sein Heimatland an, gehört aktuell wie Dürens Libero Blair Bann zum Weltliga-Kader der Kanadier.

Der Mittelblocker freut sich auf seine Zukunft an der Rur: „Ich bin stolz, die lange Tradition der kanadischen Spieler, die nur Gutes berichtet haben, fortsetzen zu können.“ Und wie der Chinese kommt auch der Kanadier mit ehrgeizigen Zielen: „Wir können uns durchaus hohe Erwartungen setzen. Ich freue mich darauf herauszufinden, was wir erreichen können.“

Ziel Halbfinale

Dieses Ziel formulierte der sportliche Leiter: „Wir wollen in einer Liga, die in der kommenden Saison in der Breite stärker sein wird, wieder in das Halbfinale“, sagte Caro. Und das Volleyball-Urgestein ist sich sicher, das Yu und Verhoeff im Kampf um den dritten Platz den Ausschlag geben können.

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