FC Düren: „Ein bisschen Furore“ im Pokal

FC Düren : „Ein bisschen Furore“ im Pokal

„Natürlich ist unser Anspruch ein anderer“, sagt Wolfgang Spelthahn, Präsident des 1. FC Düren, mit Blick auf den aktuellen Tabellenplatz zwölf seiner ersten Mannschaft in der Mittelrheinliga. „Aber das ist eben Fußball. Trotzdem gibt es keinen Grund, irgendetwas in Frage zu stellen.“

Es ist gut ein Jahr her, dass der 1. FC Düren als Fusionsverein vom FC Düren-Niederau und der SG GFC Düren 99 entstanden ist, seit 2018 spielt die Mannschaft von Trainer Bernd Lennartz in der Mittelrheinliga. Spelthahn: „Das erklärte Ziel für die erste Saison war immer der Klassenerhalt. Den werden wir schaffen. Wir werden nicht absteigen. Und im Pokal können wir sogar ein bisschen Furore machen. Das ist für das erste Jahr Mittelrheinliga ein großer Erfolg.“ Natürlich, ergänzt der 56-Jährige, wolle man mit dem 1. FC Düren langfristig an Glanzzeiten des Dürener Fußballs anknüpfen. Aber es soll eben keine Schnellschüsse, sondern eine solide und nachhaltige Planung geben. „Und keiner hat gesagt, dass wir gleich in der ersten Saison den Aufstieg anstreben.“

Immerhin – der 1. FC Düren hat sich für das Pokalhalbfinale des Fußballverbands Mittelrhein qualifiziert. Gegner am Mittwoch, 1. Mai, auf der Westkampfbahn (Anpfiff 15 Uhr) ist Alemannia Aachen. „Das ist ein Geschenk“, erklärt Spelt­hahn. „Als bekannt wurde, dass die Alemannia unser Gegner ist, kamen sofort die ersten Nachfragen nach Karten. Mit diesem Spiel können wir im ersten Jahr Mittelrheinliga gleich auf uns aufmerksam machen.“ Vielleicht sogar bundesweit: Sollte der 1. FC Düren gegen die Alemannia gewinnen und ins Finale kommen, winkt eine Fernsehübertragung – beim Tag des Amateurfußballs in der ARD.

Um Sympathie kämpfen

Überhaupt sind Präsidium, Trainer und auch Mannschaftskapitän Yunus Kocak zufrieden damit, was der 1. FC Düren in der ersten Saison Mittelrheinliga erreicht hat – wenn man einmal von dem miserablen Tabellenplatz absieht. „Natürlich gibt es immer noch Fusionsprobleme“, sagt Spelthahn. „Immerhin sprechen wir von einem Fusionsverein, der zusammenwachsen soll. Und natürlich arbeiten wir auch immer noch daran, um die Sympathie der Menschen zu kämpfen. Trotzdem ist die Identifikation mit dem Verein schon ziemlich hoch.“

Mannschaftskapitän Yunus Kocak hofft auf baldige Erfolge. Foto: Kevin Teichmann

Als Beweis dafür nennen die Verantwortlichen des Vereins die 450 Zuschauer, die im Schnitt bei jedem Heimspiel des Mittelrheinligisten zur Westkampfbahn kommen. Woher die doch erstaunlich hohe Identifikation der Fußballfreunde mit dem noch jungen Verein kommt, können Spelthahn und seine Mitstreiter nur schwer erklären. „Der Vereinsname spielt sicherlich eine Rolle“, sagt der Präsident. „Genau wie die Tatsache, dass wir eine schicke Ausrüstung für unsere Spieler haben und bei der Auswahl der Kicker darauf achten, dass sie für Verlässlichkeit und Integrität stehen.“

Bernd Lennartz nennt noch einen Grund: „Bei uns im Verein wird Jugendarbeit absolut groß geschrieben. So groß, dass Borussia Mönchengladbach an uns herangetreten ist, um eine Kooperation zu gründen.“ Die Kinder und auch deren Eltern würden sich sehr mit dem Club identifizieren. „Und viele von denen kommen regelmäßig zu den Heimspielen der ersten Mannschaft“, sagt Lennartz.

Trotz aller Schwierigkeiten sind Trainer, Kapitän und natürlich auch das Präsidium immer noch davon überzeugt, dass die Gründung des 1. FC Düren die richtige Entscheidung war. „Anders lässt sich höherklassiger Fußball in einer Stadt wie Düren nicht etablieren“, sagt der Trainer und erklärt, wie er das meint: „Um eine Lizenz für die vierte Liga zu bekommen, gibt es 180 Seiten mit Vorgaben vom Verband, die man erfüllen muss. Da ist unter anderem geregelt, wie weit der Weg von der Seitenlinie zur Schiedsrichtertoilette sein darf.“ Für einen einzelnen Verein, ergänzt Lennartz, seien diese Vorgaben kaum zu erfüllen. „Wir müssen einfach Kräfte bündeln.“ Das Gelände an der Westkampfbahn sei grundsätzlich geeignet, um alle Auflagen zu erfüllen. „Und investieren müssen wir so oder so“, sagt Spelthahn. „Wir brauchen beispielsweise dringend eine Flutlichtanlage.“

Wirtschaftliche Basis

Bei allen Planungen ist vor allem auch eine wirtschaftlich solide Basis wichtig. Wie hoch der Etat ist, wollten die Verantwortlichen sagen, nur so viel: „Wir müssen 20 Jugendmannschaften, drei Herren- und eine Damen-Mannschaft ausstatten. Wir betreiben zwei Sportanlagen. Das ist nicht billig“, sagt Mario Kuckertz, Geschäftsführer und stellvertretender Jugendleiter des Vereins. Derzeit habe der Verein 25 Sponsoren. „Wir wollen uns auf breite Füße stellen“, sagt Spelt­hahn. „Und nicht von einem Großsponsor abhängig sein.“

Der Präsident ist darüber hinaus davon überzeugt, dass es in Düren genug wirtschaftliche Kraft für zwei hochklassige Sportvereine wie den 1. FC Düren und die SWD Powervolleys gibt. „Düren kann zwei starke Säulen gebrauchen“, sagt Spelthahn. Demnächst soll es ein Gespräch zwischen den Verantwortlichen der Volleyballer und der Fußballer geben. Spelthahn: „Ich denke, dass auch Fußballfans am Mittwoch zum Play-off-Heimspiel der Volleyballer in die Arena gehen sollen. Und dass am 1. Mai auch Volleyballfans zum Pokal-Halbfinale zur Westkampfbahn kommen. Dann pofitieren beide, und das nützt am Ende des Tages auch der Stadt Düren.“

Kapitän Yunus Kocak hofft, dass seine Mannschaft bis dahin wieder zurück in die Spur findet. „Ich vertraue auf die Qualität des Teams“, sagt er. „Wenn es uns gelingt, die einfachen Dinge wieder richtig zu machen, können wir auch bald wieder Erfolge feiern.“

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